Project without external funding

JET-SET- Die Einführung von Emissionshandelssystemen als sozial-ökologischer Transformationsprozess


Project Details
Project duration: 05/200304/2006


Abstract
Zielsetzung
Bei JET-SET handelt es sich um einen disziplinenübergreifenden Projektverbund, in dem die Auswirkungen eines marktbasierten Klimaschutzinstrumentes, wie es der Emissionshandel darstellt, aus der Perspektive unterschiedlicher Fachdisziplinen untersucht wird.
Die Ziele des Forschungsnetzwerkes lassen sich in zwei Punkten zusammenfassen: Es wird erwartet, dass die enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Forschungsteams
  • relevante Informationen und Erkenntnisse in Bezug auf die Nachhaltigkeit eines marktbasierten Klimaschutzinstrumentes für die Politik bereitstellt und
  • neue Einblicke in Bezug auf die Realisierung eines trans-disziplinären Forschungsprozesses liefert.
Das vom Zentrum bearbeitete Teilprojekt konzentriert sich im Rahmen des Projektverbundes auf zwei Themenbereiche:
  • Die Abschätzung der Potentiale und Risiken eines verstärkten Anbaus von Energiepflanzen als Primärenergieträger in Deutschland;
  • Die Zusammenstellung und Analyse mittel- bis langfristiger Klimaschutzszenarien für Deutschland im Hinblick auf die Ausgestaltung von Emissionshandelssystemen.

Ergebnis
Der Handel mit Emissionsrechten für Treibhausgase ist seit der Annahme des Klimaschutzprotokolls von Kyoto im Jahr 1997 zunehmend als eine Möglichkeit in der Diskussion, die Kosten für Klimaschutzmaßnahmen zu minimieren. Im Juli 2003 wurde von der Europäischen Union (EU) eine Direktive erlassen, die die Bundesregierung dazu verpflichtet in Deutschland die Rahmenbedingungen für ein Emissionshandelssystem zu etablieren, so dass bis Anfang 2005 mit dem Handel von Emissionsrechten begonnen werden kann.
Mit dieser Entwicklung einhergehend wurde im Mai 2003 mit dem Projekt JET-SET begonnen. Die bisherige Arbeiten im Projekt fokussierten auf die konzeptionelle Anpassung an die aktuelle politische Entwicklung.

Weiterführung
Während der verbleibenden Laufzeit werden innerhalb des Teilprojektes am Zentrum die folgenden Aufgaben bearbeitet:

  • Mit Hilfe eines räumlich expliziten Landnutzungsmodells wird eine Abschätzung der Potentiale und Risiken eines verstärkten Anbaus von Energiepflanzen in Deutschland durchgeführt. Der vermehrte Anbau von Energiepflanzen für den Einsatz als Primärenergieträger wird weithin als eine Chance für die Landwirtschaft angesehen, um auf den wirtschaftlichen Druck zu reagieren, den die Osterweiterung der EU mit sich bringen kann. Es wird davon ausgegangen, dass die Ausgestaltung eines Emissionshandelssystems über die CO2-Preise einen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Einführung und Ausbreitung des Energiepflanzenanbaus haben wird. So könnten beispielsweise hohe CO2-Preise Pflanzenbiomasse im Vergleich zu fossilen Energieträgern wirtschaftlich durchaus konkurrenzfähig werden lassen. Um nicht nur die Potentiale, sondern auch die Risiken eines vermehrten Energiepflanzenanbaus abzuschätzen, wird ein Landnutzungsmodell für Deutschland entwickelt. Dieses Modell wird gekoppelt mit einem Modell zur Berechnung von Kohlenstoff- und Stickstoffflüssen, die mit der Änderung der Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche einhergehen. Durch die gemeinsame Berechnung von Szenarien einer veränderten Landnutzung und der Kohlenstoff- und Stickstoffflüsse sollen neue Einsichten über die Auswirkungen einer ausgedehnten Nutzung von Energiepflanzen als Primärenergieträger gewonnen werden.
  • Eine Zusammenstellung von Klimaschutzszenarien, die sowohl eine zukünftige Änderung der Landnutzung wie auch der Treibhausgasemissionen beinhalten, wird vom gesamten Projektteam erarbeitet. Die Zielsetzung bei der Szenarioentwicklung ist zweifach:
  • Die als Ergebnis dieses Prozesses zur Verfügung stehenden Szenarien sollen einen umfassenden Hintergrund liefern für die Untersuchung einer unterschiedlichen Ausgestaltung von Emissionshandelssystemen sowie für die Kommunikation dieser Untersuchung an die Öffentlichkeit.
  • Der Prozess der Szenarioentwicklung mit seinen sowohl qualitativen als auch quantitativen Aspekten soll außerdem eine ziel-orientierte Kommunikation zwischen den aus sehr unterschiedlichen Disziplinen kommenden ProjektteilnehmerInnen fördern.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 13:47