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Integriertes Wasserressourcen-Management in Zentralasien: Modellregion Mongolei (MoMo)


Project Details
Project duration: 08/200607/2009


Abstract
Im Hinblick auf die zentralen Fragen eines auf die nachhaltige Nutzung ausgerichteten Wasserressourcenmanagements soll die Implementierung eines angepassten IWRM in einer Modellregion in der Mongolei (Fluss Kharaa mit der Stadt Darkhan) vorbereitet werden und ausgewählte IWRM Szenarien exemplarisch umgesetzt werden. Der Programmatik des BMBF- Förderschwerpunktes mit substantieller Situationsverbesserung in der Modellregion, multilateraler Zusammenarbeit, Prüfung der Übertragbarkeit auf vergleichbare Gebiete und die Eröffnung von Marktchancen für deutsches Know-how und Technologien wird dabei im Besonderen Rechnung getragen.
Die nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung der Wasserressourcen mit integrativen, flussgebietsbezogenen Ansätzen ist für die Mongolei von großer Bedeutung, da mehrere signifikante Problemfelder in einer Voruntersuchung (Projektvorschlag unter Leitung der Universität Kassel im Rahmen des Ideenwettbewerbs des BMBF "Integriertes Wasserressourcenmanagement - IWRM) identifiziert werden konnten. Der vorliegende Teilprojektantrag bezieht sich auf das Themenfeld "Gewässerökologie und Flussgebietsmanagement".
Im ausgewählten Modellgebiet haben die Ausbeutung von Bodenschätzen und diffuse Gewässerbelastungen hohe Relevanz. Mit einem Anteil von 9,5% am Bruttoinlandsprodukt und 34,8% an den Gesamtausfuhren (wichtigste Exportgüter sind Kupfer- und Molybdän-Konzentrate, Fluss-Spat und Gold, NATIONAL STATISTICAL OFFICE OF MONGOLIA 2003) ist der Bergbau einerseits ein sehr bedeutender Wirtschaftszweig in der Mongolei, er gefährdet aber durch großräumige Eingriffe in die Hydrologie und durch Verschmutzung die zentrale Trinkwasserversorgung und die Oberflächenwasserressourcen der nomadischen Bevölkerung einschließlich ihrer Viehherden in ganzen Flussgebieten (RUHRMANN & BECKER 2003). Von Bedeutung sind diese Belastungen aufgrund ihrer Fernwirkung für die in der Mongolei in ihren dünn besiedelten Regionen nahezu ungestörten Naturräume, die aus Gründen des Naturschutzes von hohem Wert sind und ein entsprechendes Schutzbedürfnis haben. Grenzüberschreitende Bedeutung hat der Schutz des Baikalsees, wobei die größten Flussgebiete der Mongolei (Tuul, Selenge und Orchon) zu dessen bedeutendsten Zuflüssen gehören. Das Bearbeitungsgebiet gehört zum Flussgebiet des Selenge und damit zum Einzugsgebiet des Baikalsees.
Obwohl die Probleme und die Notwendigkeit eines integrierten Managements der Wasserressourcen offensichtlich sind, gibt es derzeit weder in den Natur-, noch in den Ingenieurwissenschaften eine Ausbildung, in der modernes gewässerökologisches oder wasserwirtschaftliches Wissen in angewandter Ausrichtung vermittelt wird. Folglich gibt es einen gravierenden Mangel an akademisch ausgebildeten Fachkräften in Wissenschaft, Umweltverwaltung und Industrie, die langfristig ein integriertes Wasserressourcen-Management fachlich etablieren und umsetzen könnten. Ein wichtiges Ziel des Arbeitspaketes ist daher die Vermittlung von handlungsorientiertem Umweltwissen in naturwissenschaftlicher und ingenieurwissenschaftlicher Hinsicht (Angewandte Hydrobiologie bzw. Management von Wasser-Ressourcen) im Rahmen der universitären Fachausbildung für Studenten, die in den Naturwissenschaften (insbesondere Biologie) und im Bauingenieurwesen das Grundstudium absolviert haben.

Last updated on 2017-11-07 at 15:01