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Währungsspekulation und Währungskrisen - modelltheoretische und empirische Analyse


Project Details
Project duration: 08/199904/2002


Abstract
Die ökonomische Relevanz der Themengebiete 'Währungsspekulation und Währungskrisen' wurde in den vergangenen Jahren durch die Asienkrise 1997/1998, sowie die etwas weiter zurückliegende EWS-Krise betont. Obwohl bereits seit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems in den 70er Jahren zahlreiche Wissenschaftler untersuchten, warum die Volatilität der Wechselkurse die Schwankungsbreite der zugrundeliegenden Fundamentalgrößen bei weitem übertrifft, besteht bis heute keine Einigkeit über die exakte Funktionsweise der Devisenmärkte. Aufgrunddessen wurde in der Vergangenheit immer wieder der Ruf nach einer Implementierung von Fixkurssystemen oder zumindest einer Eindämmung des spekulativen Verhaltens, das als Ursache der hohen Wechselkursvolatilität gesehen wird, laut. Ziel des Projektes soll es daher sein, die Ursachen von Währungsspekulation mit Hilfe modelltheoretischer Ansätze sowie empirischer Instrumente genauer zu untersuchen, sowie das Entstehen von Währungskrisen zu analysieren. Auf der Basis einer solchen Ursachenanalyse können anschließend Maßnahmen diskutiert werden, die eine Wiederholung solcher Krisen idealtypisch zu vermeiden trachten. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf der Darstellung und Weiterentwicklung von Währungskrisenmodellen. Während die Währungskrisenmodelle der ersten Generation, basierend auf Krugman (1979), für den Zusammenbruch einer Währung einen schlechten Zustand der volkswirtschaftlichen Fundamentalfaktoren ursächlich machen, beschreiben die Modelle der zweiten Generation (Obstfeld 1994) eine Währungskrise vielmehr als sich "selbst-erfüllende Prophezeiung". Da in diesen Modellen gerade das geschieht, was erwartet wird, ergeben sich multiple Gleichgewichte, was ein relativ unbefriedigendes Ergebnis darstellt. Dieser Problematik widmen sich die modernen Modelle im Bereich der Währungskrisen von Morris/Shin (1998) und Illing/Heinemann (1999), die der Informationsverarbeitung und -weitergabe auf den Devisenmärkten eine entscheidende Rolle zuweisen. An diesem Punkt soll das Projekt nun anknüpfen und vor allem untersuchen, inwieweit die Aussagen dieser neueren Modelle robust sind gegenüber diversen Modellmodifikationen. Anschließend wird sich die Arbeit - soweit möglich - mit der empirischen Überprüfung der dargestellten Modelle und Verhaltensweisen auf den Devisenmärkten beschäftigen.

Last updated on 2017-11-07 at 15:01