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Systematik und Phylogenie der Gattung Deuterocohnia (Bromeliaceae)


Project Details
Project duration: 12/200512/2010


Abstract
Die Gattung Deuterocohnia (Pitcairnioideae, Bromeliaceae) hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in den südbolivianischen und nordargentinischen Anden. Die durchweg terrestrisch lebenden Deuterocohnia-Arten sind durch verholzte, mehrjährige Blütenstände gekennzeichnet. Sie besiedeln niederschlagsarme und strahlungsintensive Abhänge und Trockentäler der Gebirgsregionen. Ihren Standorten entsprechend haben sie morphologische, anatomische und physiologische Anpassungen an trockene Umweltbedingungen entwickelt. In der über 30 Jahre zurückliegenden letzten großen Monographie der Gattung werden sieben Arten und zwei Varietäten unterschieden (Smith and Downs, 1974-1979). Spencer and Smith (1992) ordneten in einer späteren Arbeit auch die Taxa der Gattung Abromeitiella der Gattung Deuterocohnia zu. Diese taxonomische Vereinigung wird allerdings kontrovers diskutiert. Weitere Arten bzw. Varietäten und Unterarten wurden seitdem von verschiedenen Autoren neu beschrieben. Derzeit umfasst Deuterocohnia 17 Arten, zwei Unterarten und vier Varietäten. Da die Arten relativ begrenzte Areale besiedeln, ist die Entdeckung weiterer Spezies wahrscheinlich.
Über Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Gattung ist bisher nur wenig bekannt. Auch die Monophylie von Deuterocohnia ist noch nicht gesichert, u.a. aufgrund der Frage nach der Eingliederung von Abromeitiella. Wir untersuchen die Systematik und Phylogenie der Deuterocohnia-Arten mit Hilfe traditioneller (meist morphologischer) und molekularer Methoden. Ziel ist eine umfassende Revision der Gattung. Auf der molekularen Seite steht die vergleichende Sequenzierung von nichtkodierenden Chloroplasten-DNA-Regionen im Vordergrund, darüberhinaus werden informative Kern-DNA-Marker entwickelt. Insgesamt erwarten wir von unserer Studie detaillierte Erkenntnisse zu Systematik und Phylogenie der Gattung Deuterocohnia (incl. Abromeitiella) sowie zur Biogeographie ihrer Arten in den südamerikanischen Anden.


Research Areas


Last updated on 2017-11-07 at 15:01