Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Zwischenbilanz des Atomzeitalters


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 01/199512/2001


Zusammenfassung
In diesem Projekt geht es im wesentlichen darum, Lernerfahrungen und Lernprozesse zu erfassen und zu rekonstruie-ren - politische, militärische und technische wie gesellschaftliche und individuelle -, die in den vergangenen fünfzig Jahren sowohl im Bereich nuklearer Sicherheit und Sicherheitspolitik als auch bei ziviltechnischen Anwendungen der Kerntechnik gemacht wurden bzw. zu beobachten waren. Vorgesehen ist eine Publikation in drei Teilen. Im ersten sollen die Erwartungen, die am Beginn des sog. Atomzeitalters standen - und zwar sowohl die Ängst vor nuklearer Rüstung, ihren Implikationen und möglichen Folgen als auch die euphorischen Hoffnungen auf die Nutzung der Kernenergie für zivile Zwecke - mit der nuklearen Realität der 90er Jahre kontrastiert werden. Hier sollen auch Grün-de für die Diskrepanzen zwischen beiden angegeben, Lernerfahrungen und -prozesse skizziert, offene Fragen und Probleme benannt und möglicherweise vorsichtige Prognosen zur weiteren Entwicklung (oder zu verschiedenen möglichen weiteren Entwicklungen) der Nutzung nuklearer Technologien gewagt werden. Im zweiten Teil sollen unter der Leitlinie "Lernprozesse und Erfahrungen" Schwerpunktthemen aus dem Feld nuklearer Rüstung und Ab-rüstung wie aus der Verwendung der Kernenergie für zivile Zwecke vertieft behandelt werden. Ein dritter Teil sollen Akteure, die an bestimmten Entwicklungen oder Entscheidungen beteiligt waren, die die nukleare Sicherheitspolitik oder Verwendungen der Kernenergie für zivile Zwecke betreffen oder betrafen, zu Wort kommen, in Form eigener Beiträge oder Interviews, und zwar ebenfalls unter der Leitlinie "Lernprozesse und Erfahrungen". Zur Zeit wird ein Drittmittelantrag fertiggestellt. Ein Problem hierbei besteht darin, daß das Vorhaben - notwendi-gerweise - thematisch so breit angelegt ist, daß es sich schwerlich in einen der gegenwärtig in Frage kommenden Förderschwerpunkte hineinformulieren läßt; möglicherweise muß es deshalb in zwei oder mehrere Teilprojekte zer-legt werden. Gegenwärtig finden Vorgespräche mit den Projektträgern der BMBF-Förderungsschwerpunkte Frie-dens- und Konfliktforschung und Technologiefolgenabschätzung statt. Aber auch andere Förderungsinstitutionen kommen in Frage. Bis zum Ende des Wintersemesters soll entschieden werden, wo ein Forschungsantrag (oder e-ventuell mehrere Anträge) eingereicht werden sollen. Fortgeführt werden soll die Untersuchung von Anfängen und Weiterentwicklung der indischen Nuklearpolitik. Eine Studie, die von der Unabhängigkeit Indiens bis zum Anfang der 60er Jahre reicht, wird im kommenden Jahr veröf-fentlicht.


Projektleitung

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 15:02