Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

EUROBALT II


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 09/199708/2000


Zusammenfassung
Das im Jahr 2000 beendete Projekt EUROBALT II (EUropean Research for an Optimised BALlasted Track) steht für die Optimierung des Eisenbahn Schotteroberbaus, im Speziellen für die Anforderungen an den Hochgeschwindigkeitsverkehr. Die Zielsetzungen des Projektes waren bewusst auf praktische Anwendungen des erarbeiteten Wissensstands gerichtet und wurden unterstützt von weitreichenden Messkampagnen der beteiligten Partner (siehe wiss. Kontakte und Kooperationen). Das Aufgabenspektrum des Projektes umfasste neben in-situ Messungen am Bahnkörper die Entwicklung von vereinfachten Setzungsgesetzen zur Gleislageverschlechterung. Weiterhin wurden am Fachgebiet Geotechnik der Universität Kassel Stoffansätze für granulare Materialien und Bahnschotter für analytische und numerische Rechenmodelle zur Abbildung des Kurz- und Langzeitverhaltens abgeleitet.
Die Aufgaben der messtechnischen Erfassung in-situ entfiel dabei im Wesentlichen auf die am Projekt beteiligten Bahngesellschaften. Die Entwicklung bzw. Anwendung numerischer Verfahren zur Abbildung des elastisch-dynamischen Antwortverhalten des Eisenbahn Ober- und Unterbaus dagegen war Gegenstand der Untersuchungen der am Projekt beteiligten schwedischen Chalmers University. Aus dem Wissensstand des Vorläufer Projektes EUROBALT I (siehe dazu CORDIS: Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft) wurden Langzeit Setzungsgesetze übernommen und weiterentwickelt, die die vertikalen Setzungen im Schotterbett unter zyklischer Verkehrslast beschreiben (siehe AEA Technology sowie SNCF).
Die Aufgabenstellung des an der Universität Kassel erarbeiteten Arbeitsteils ergab sich in der numerischen Modellierung des Langzeitverhaltens, d. h. der Abbildung der Langzeitverformungen von granularen Materialien unter zyklischer/widerholter Lasteinwirkung unter Beachtung der nichtlinearen zyklisch-dynamischen Materialeigenschaften sowie des echten räumlichen Spannungszustandes. Im Rahmen des EUROBALT II Projektes ist an der Universität Kassel ein zyklisch-viskoplastischer Stoffansatz für Böden unter nichtruhender Lasteinwirkung, ( Teilprojekt: veränderlich elastisches und plastisches Verhalten granularer Böden und Schotter unter zyklischer Beanspruchung), weiterentwickelt und in das allgemeine räumliche FE Programm ABAQUS implementiert worden. Es lassen sich somit erstmals räumlich die zyklisch-plastischen Verformungen im Eisenbahnkörper und Untergrund unter nicht ruhender Lasteinwirkung, d.h. dem wiederholten Ereignis der Zugüberfahrt, in zutreffender Weise simulieren. Dieser Fortschritt in der Entwicklung von Simulationsansätzen ist für die Optimierung von Eisenbahnbauwerken (und gleichsam anderen Boden-Bauwerk-Interaktionsproblemen unter zyklischer Last) von großer praktischer Bedeutung.


Weitere Projektbeteiligte

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 15:03