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Transportiertes Geschlecht. Gender and Mobility Culture


Project Details
Project duration: 20052008


Abstract
Forschungsdisziplinen wie „History of Transport” und „Mobility Culture", die sich seit kurzem besonders im angelsächsischen Wissenschaftsbetrieb etablieren, konzentrieren sich nicht mehr wie die „interne Verkehrsgeschichte" auf die Darstellungen der verkehrstechnischen Erfindungen, auf das Wirken der Ingenieure und Unternehmer, sondern auf die soziokulturellen Handlungskontexte, das heißt auf Aneignung und Konsumtion von Verkehrstechnik. Dieser Paradigmenwechsel in der Verkehrs- und Transportgeschichte offeriert auch eine Gender-Perspektive. Wurde in den ersten soziologischen Untersuchungen zum Automobil Ende der neunziger Jahre gezeigt, dass das Automobil entsprechend der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung von Männern und Frauen heute unterschiedlich genutzt wird, stand die historische Kontextualisierung von „Cars and Gender” im Mittelpunkt des Projekts. Verfolgt wurde besonders die zunehmende Präsenz weiblicher Automobilität in der Weimarer Republik, die u.a. auf das von der Automobilindustrie initiierte werbeträchtige Bild der „schönen Dame mit Auto” zurückzuführen ist. Während dieses Bild dazu diente, das Automobil als attraktives Luxusgut zu etablieren ? wobei auf traditionelle Weiblichkeitsbilder zurückgegriffen wurde ?, wurden in literarischen Selbstpositionierungen Auto fahrender und Auto reisender Frauen Diskurse über neue Weiblichkeitsvorstellungen extrapoliert. Mit den von zeitgenössischen Autorinnen formulierten emanzipatorischen Potentiale weiblicher Automobilität konnte der bisher sowohl von Automobilhistorikern als auch von der feministischen Forschung gesetzte Fokus auf die konsumtionelle Vereinnahmung der automobilen Frau ausdifferenziert werden. Das Projekt steht im unmittelbaren Zusammenhang mit den Forschungen zur automobilen (Reise)Kultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 15:04