Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Mediale Schlüsselbilder im interkulturellen Vergleich


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 20052007


Zusammenfassung
Die Bildschirmmedien bestimmen wesentlich die Prozesse multimedialer Globalisierung. Weltweit kommunizierte Bilder strahlen in alle Medien aus, von der Tageszeitung über die Zeitschriften bis hin zu den Internetseiten der Nachrichtenanbieter, und sie bilden einen globalen Pool von teils kulturspezifischen, teils transkulturellen Schlüsselbildern, die international als Key Visuals erforscht werden. Ziele dieses Projektes sind die systematische Erfassung von Key Visuals, die Analyse ihrer Botschaften, die Bestimmung ihrer transkulturellen Gemeinsamkeiten und ihrer kulturspezifischen Unterschiede. Gegenstand der Untersuchungen sind Fernsehberichte aus Brasilien, China, Deutschland und den USA über Naturkatastrophen und Weltereignisse in Politik und Sport. Das Untersuchungsmaterial entstammt dem weiterzuentwickelnden IUB-Archiv von Jahresrückblicken maßgeblicher Fernsehanstalten dieser Länder. Die in ihrer Bedeutung und Funktion bestimmten Key Visuals werden hinsichtlich ihrer erwünschten und tatsächlichen Wirkung bei der Vermittlung kultureller und politisch-ideologischer Botschaften analysiert. Das Länderspektrum, auf welches sich die Untersuchungen bezieht, steht exemplarisch für das Spannungsfeld zwischen Hegemonieansprüchen der neuen und alten „ersten” Welt (USA und Deutschland) sowie der Globalisierung einerseits und den eigenen medialen und kulturellen Wegen andererseits in der alten und neuen Welt der Schwellenländer (China und Brasilien). Die Ergebnisse der Untersuchungen zu den medial und kulturell halb antipodischen halb benachbarten vier Ländern versprechen Einsichten in das Maß an Globalisierung der Schlüsselbilder und in die Formen der Resistenz gegen sie. Leitfragen der Analysen sind: Wie kommunizieren transnationale Medienanbieter welche Weltereignisse? Wie wird in den einzelnen Ländern das globale Medienangebot produziert, rezipiert, politisch gewichtet und kulturell bewertet? Wie differenzieren sich Key Visuals unter den Bedingungen der medialen Dispositive in den unterschiedlichen Aneignungsräumen aus? Wie erzeugen die Medienbilder in unterschiedlichen Kontexten Key Visuals, und wie tragen sie zur Bildung kollektiver Gedächtnisse bei? Welche transkulturellen Übereinstimmungen und welche kulturspezifischen Ausprägungen und Differenzen gibt es in den Erinnerungsbildern? Wie und wo wird die Verbreitung globaler Key Visuals als Bedrohung des Eigenen durch das Fremde empfunden, welche Formen kultureller Resistenz werden dabei mobilisiert? Wie entstehen globale Key Visuals und deren Hybridformate aus kulturellen und transkulturellen Repräsentationsstrategien? Welche Wahrnehmungen generieren, und auf welche medialen und kulturellen Dispositive verweisen sie? Welche Key Visuals reflektieren und repräsentieren etwa gleiche und unterschiedliche Werte in verschiedenen Kulturen? Welche Einflüsse haben die medialen Veränderungen auf die Key Visuals?

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 15:04