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Aufbau einer Forschungsstelle für Freinet-Pädagogik


Project Details
Project duration: 19962010


Abstract
Wie kaum eine andere reformpädagogische Strömung hat die Freinetpädagogik in den letzten 20 Jahren vor allem im Grundschulbereich didaktische Innovationen und Schulentwicklungen beeinflußt, die für die Schulpädagogik als ganzes von Interesse sind. Für das selbsttätige Forschen ("recherche libre") und das tastende Versuchen ("tatonnement experimental"), für das Schreiben freier Texte und die Entfaltung der kindlichen Ausdruckskraft ("expression libre") sind Weiterentwicklungen auszumachen, die die moderne Grundschuldidaktik maßgeblich bestimmen: ? die Gestaltung von Eigenfibeln und Einrichtung von Schreibkonferenzen ? Institutionalisierung von Morgenkreis, Klassenrat und Wochenplan ? entdeckende Lernformen und Erkundungsprojekte im Sachunterricht ? freier Ausdruck und natürliche Methode im Mathematikunterricht ? Klassen-Korrespondenzsysteme und Schuldruckerei. Diese und andere pädagogisch-didaktische Innovationen haben inzwischen in neuen Rahmenplänen und Richtlinien Eingang gefunden. Sie bestimmen nicht nur die Praxis von Versuchsschulen und Alternativschulen, sondern auch von reformorientierten Klassen in Regelschulen. Erstaunlicherweise hat es bisher von der an den Universitäten etablierten Erziehungswissenschaft kaum Versuche gegeben, die von der Freinetpädagogik inspirierten Reformkonzepte systematisch zu untersuchen. Dies hängt vermutlich u.a. damit zusammen, dass sie die Grenzen von Fachdidaktiken, Schularten und Schulstufen sprengt und sich jeder einfachen Zuordnung widersetzt. Insofern setzt sie Interdisziplinarität in der Forschung voraus. Die Forschungsstelle für Freinetpädagogik an der Gesamthochschule Universität Kassel wird die erste Forschungsstelle dieser Art in der Bundesrepublik sein. Sie beabsichtigt, langfristig auch Forscher aus dem europäischen Ausland einzubeziehen.

Last updated on 2017-11-07 at 15:04