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Zeitlichkeit in Text und Bild


Project Details
Project duration: 10/200403/2007


Abstract
Die Heraufkunft neuer Medien verschiebt und verschränkt die Zuordnungen der alten. Insbesondere die neuen Bild-Medien (Photo, Film, Computer) haben in jüngerer Zeit zur Ausrufung eines "pictorial turn" und einer breiten Auseinandersetzung mit Fragen des Bildes und der Bildlichkeit geführt. Zugleich war die Rede vom Ende der Geschichte, der Buchkultur und des Narrativen. Unausgesprochen blieb, dass solche eindimensionalen Positionsbestimmungen auf Grundzuordnungen der frühen Medientheorie basieren. So wie Lessing im Laokoon (1766) mit der Unterscheidung von Raumkunst und Zeitkunst die Malerei der Dichtung entgegensetzte, so setzt man heute das Simultanmedium Computer dem Zeitmedium Buch entgegen. Das Verhältnis von BIld und Text wird nicht mehr normativ entschieden, es wird auf einer historischen Achse ausgetragen. Aber sind damit die Probleme wirklich gelöst? - Eine für November 2005 geplante interdisziplinäre Tagung an der Universität Kassel will in dem genannten Diskussionsfeld einen Gegenakzent setzen, indem sie der Frage nach der Zeit Vorrang vor der Frage nach den Medien einräumt und das traditionelle Verhältnis von Bild und Text auf den Kopf zu stellen versucht. Was meint überhaupt Zeit im Kontext einer Diskussion um Bild und Text? Ist Zeit Merkmal eines Mediums, Darstellungsgegenstand oder Darstellungsmodus? - Anders als die Medientheorie, die im Gefolge McLuhans Medien Merkmale wie Zeit, Geschwindigkeit, Rasterung usw. zuschreibt, will die Kasseler Tagung die Debatte um die Medien im Sinne der Intermedialität führen. Zur Diskussion stehen nicht starre mediale Zuschreibungen, sondern ein offenes Spiel von medialen Besetzungen und Gegenbesetzungen, in denen ein Medium Belange abzubilden versucht, die man traditioneller Weise dem anderen Medium zuschreibt

Last updated on 2017-11-07 at 15:05