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Nachhaltigkeit in der Landschaftsentwicklung 2008-2010


Project Details
Project duration: 08/200802/2011


Abstract
Das Forschungsvorhaben besteht aus einen dreijährigen Workshopzyklus.
Ziel der ersten Tagung "Naturschutz und kulturelle Nachhaltigkeit" ist es, die historische Entwicklung sowie den aktuellen Stand der Nachhaltigkeitsdebatte, insbesondere die Diskussion um eine kulturelle Nachhaltigkeit, zu untersuchen.
Die Tagung dient dabei weniger dazu, noch einmal die ideengeschichtliche Herkunft der Nachhaltigkeitsidee zu rekonstruieren und ihren politischen Ort zu bestimmen, vielmehr wird der Schwerpunkt auf dem Aspekt der lebensweltlichen Vermitt-lung des Nachhaltigkeitsgedankens und der Kommunikation über Nachhaltigkeit liegen.
Dabei soll vor allem der Terminus "kulturelle Nachhaltigkeit" genauer bestimmt werden.

Die zweite Tagung 2009 mit dem Titel " Naturschutz und gesellschaftliche Modernisierung" bezieht sich u. a. auf ein 2007 durchgeführte Gespräch zum Thema "Naturverständnis und Landschaftsverständnis heute", das sich u. a. mit der Frage auseinander setzte, wie ein in der Nachhaltigkeitsdebatte geforderter, weit reichender alternativer Natur-begriff, der sich nicht allein auf die Natur aus ausbeutbare und technisch zu perfektionierende Ressource bezieht, an kulturelle Deutungsmuster von Natur angebunden werden kann. Die Notwendigkeit und Möglichkeit der Implementation eines neuen Naturbildes in der Gesellschaft wurde dabei diskutiert und eine kulturelle Verankerung der Nachhaltigkeitsidee in Form der Transformation von Lebensstilen und Verhaltensroutinen als notwendig angesehen, um z. B. die Klimafrage und andere drängenden Probleme zu lösen. Gleichzeitig wurde eine wachsende Ökonomisierung und fortschreitende Technisierung der Natur konstatiert. Untersucht werden sollen das "Einsickern" der Nachhaltigkeitsdebatte in die Politische Ökonomie sowie deren aktueller Diskussionsstand.

Die dritte Tagung "Landschaftswandel in Zeiten des Klimawandels und des demographischen Wandels" (2010) Wachsende Globalisierung und Modernisierung werden zunehmend auch in Deutschland in Form von Umweltveränderungen, wie dem Klimawandel und strukturpolitischer Wandel (De-Industrialisierung, Schrumpfung von Regionen, etc.), sichtbar. Weitere Faktoren, die eben-falls eine Veränderung der Kulturlandschaft bewirken werden, spielen zukünftig zusätzlich eine Rolle, wie vor allem der demographische Wandel (Bevölkerungsrückgang) und die Not-wendigkeit der Intensivierung und Umstrukturierung der Landnutzung für die Energie- und Nahrungsproduktion.
Einer zunehmenden Intensivierung und Funktionalisierung auf der einen Seite stehen auf der anderen Seite Schrumpfung und Rückbau entgegen. Normalerweise werden Schrumpfungsprozesse als bedrohliche Szenarien angesehen, denen es entgegenzutreten gilt. Aus der Debatte über kulturelle Nachhaltigkeit ergibt sich aber auch die Frage, inwieweit solchen Prozessen eine innovative und integrative Wirkung beizumessen ist, so dass aus Prozessen des Rückbaus Potentiale für ein qualitatives Wachstum erwachsen, das Vorbild für einen nachhaltigen Lebensstil sein könnte.

Last updated on 2017-11-07 at 15:05