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Optimierung eines Bewegungsaufnahmesystems zur Ergonomiebewertung


Project Details
Project duration: 04/200904/2010


Abstract
Die Produktionsplanung in der Automobilmontage erfolgt zunehmend in virtuellen Umge¬bungen. Produktions- und Montageabläufe müssen vor ihrer Umsetzung möglichst realistisch simuliert werden, um Folgekosten nicht produktionsgerechter Produkte und ineffizienter Prozesse zu vermeiden. Allerdings ist mit den aktuell verfügbaren Methoden die Nachbildung manueller, Tätigkeiten mit¬hilfe digitaler Mensch-Modelle noch sehr zeitaufwändig und teuer. Das führt dazu, dass bei der Pro¬duktionsplanung oftmals auf die Simulation der Montagetätigkeiten verzichtet wird. Eine Konsequenz davon ist, dass viele ergonomische Belastungsschwerpunkte erst ent¬deckt werden, wenn die Produktionsanlagen errichtet sind. Ihre Beseitigung ist in diesem Stadium der Produktentstehung jedoch mit sehr hohen Kosten verbunden und wird daher aus betriebswirtschaftlichen Gründen oft verworfen. Eine einfach zu bedienende Möglichkeit zur Simulation ergonomischer Bedingungen in frühen, digitalen Planungsphasen, kann daher zur Vermeidung ungünstiger Arbeitsbelastungen beitragen.
Um Aufwand und Kosten der Simulation im frühen Planungsstadium im Grenzen zu halten, können Motion Capturing Technologien, wie sie auch in der Film- und Computerspielproduktion eingesetzt werden, ein geeignetes Mittel sein. Es gibt bereits einige Systeme, die für ergonomische Zwecke im Einsatz sind. Diese Systeme basieren auf unterschiedlichen Technologien, die jeweils spezifische Stärken und Schwächen aufweisen. In unserem Workshop werden Verfahren vorgestellt, die mit optischen, magnetischen und gyroskopischen Sensoren ausgestattet sind bzw. Bewegungsaufnahmen ohne den Einsatz spezieller Sensoren erlauben. Vertreter von Automobilherstellern und Berufsgenosenschaften werden von Erfahrungen bei der praktischen Anwendung berichten und aufzeigen, welche Herausforderungen in der Weiterentwicklung der Technologien zu bewältigen sind. Wissenschaftler stellen Konzepte zur Bewältigung dieser Herausforderungen dar.
Über den Erfolg im praktischen Einsatz entscheidet neben einer ausgereiften Technik auch die adäquate Einbindung in organisatorische Strukturen. Daher wird auch dieser Aspekt im Rahmen des Workshops beleuchtet. Um den Transfer in die Praxis zu erleichtern, muss die verwendete Technik z.B. auch von Nicht-Experten zu bedienen sein und in bestehende Planungsprozesse und -tools integriert werden können.
Trotz der Möglichkeiten zur Vereinfachung der Ergonomieanalyse durch Motion Capturing Technologien wird auch weiterhin die Notwendigkeit der Ergonomieeinschätzung durch den Experten bestehen. Daher wird im Rahmen des Workshops auch diskutiert, wo die Grenzen der technischen Ergonomieuntersuchung liegen, und wo der Blick des Experten gefragt ist, um zu verlässlichen und belastbaren Beurteilungsergebnissen zu gelangen.
Im Rahmen eines von der EU geförderten Projektes wurde an der Universität Kassel Institut für Arbeitswissenshcaf tunter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Hans Martin ein Bewegungsaufnahme-System für die Ergonomieanalyse angepasst. Diese wird nun in Kooperation mit einem Praxispartner weiter optimiert.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 15:05