Externally funded project

CO#-Emissionen in Ballungsräumen (Untersuchung von preispolitischen Maßnahmen zur Reduktion der verkehrsbedingten CO2-Emissionen in Ballungsräumen)


Project Details
Project duration: 06/201909/2019


Abstract



Die
Bundesrepublik Deutschland hat sich verpflichtet, den Treibhausgas-Ausstoß bis
2020 um 40 %, bis 2030 um 55 % und bis 2050 um 80 % bis
95 % gegenüber dem Referenzjahr 1990 zu senken. Bis zum Jahr 2016 hat
Deutschland die CO2-Emissionen gegenüber dem Referenzjahr um ca.
27 % gesenkt. Der Verkehrssektor ist dabei der einzige Sektor in
Deutschland, der seit dem Jahr 1990 keine CO2-Emissionen eingespart
hat. Insgesamt verursacht der Verkehrssektor etwa 20 % der gesamten
Treibhausgasemissionen in Deutschland, wobei sich dies i. W. auf den motorisierten
Individual- und Straßengüterverkehr sowie den Luftverkehr bezieht.



Aufgrund
der Diskrepanz zwischen Klima- und Umweltschutzzielen und der tatsächlichen
Entwicklung im Verkehrssektor wird im politischen Bereich immer häufiger die
Notwendigkeit einer „Verkehrswende“ thematisiert, die – bei aller Unschärfe der
politischen Diskussion – davon ausgeht, dass sowohl auf technischer Ebene, als
auch auf der Ebene des Verhaltens große Änderungen erforderlich sind. Der
Öffentliche Verkehr (ÖV) ist aufgrund der Möglichkeit, längere Reiseweiten mit
relativ geringen CO2-Emissionen zurückzulegen, ein wesentlicher
Baustein, um die definierten Klimaschutzziele zu erreichen. Es kann davon
ausgegangen werden, dass ohne eine wesentliche Verlagerung von Pkw- und
Lkw-Fahrten auf den ÖV als Rückgrat eines nachhaltigen Verkehrssystems die
Klimaschutzziele nicht erreicht werden können.

Vor
diesem Hintergrund wurde geprüft, welchen Beitrag preispolitische Maßnahmen im
Verkehr zur CO2-Einsparung in Ballungsräumen leisten können. Im
Rahmen einer Literaturanalyse wurden die Wirkungen



  • von Preisreduzierungen im ÖPNV (inkl.
    Nulltarif),


  • der Einführung neuer Finanzierungsinstrumente
    (Basispreismodell, Bürgerticket),


  • der Einführung einer City-Maut bzw. Regio-Maut sowie


  • der Einführung und Anpassung von Parkraumbewirtschaftungskonzepten


betrachtet.



Darüber hinaus wurden in
Abstimmung mit dem Auftraggeber preispolitische Maßnahmen identifiziert und
deren CO2-Einsparung exemplarisch für die Metropolregion
FrankfurtRheinMain abgeschätzt. Im Fokus standen dabei die Einführung



  • einer Jahreskarte zum Preis von 365,- € für die
    Metropolregion (Pauschalticket),


  • eines Bürgertickets sowie


  • eines Basispreismodells (50 % Preisnachlass auf
    Tarifprodukte im Gelegenheitsverkehr).


Die Abschätzung der Wirkungen auf Fahrgastnachfrage, Erlöse und
zusätzliche Betriebskosten erfolgte szenarienbasiert mit Hilfe grober
makroskopischer Modellansätze. Auf Grundlage der abgeschätzten zusätzlichen Fahrgastnachfrage wurde die
verlagerte Fahrleistung vom Pkw-Verkehr zum ÖPNV und anschließend die
eingesparten CO2-Emissionen berechnet.


Principal Investigator

Last updated on 2020-05-02 at 12:37