Beitrag in einem Tagungsband
Haben mit Mutterkontakt aufgezogene Färsen bei der Eingliederung in die Milchviehherde Vorteile?



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Zipp, K.; Knierim, U.
Herausgeber:
KTBL
Verlag:
KTBL
Verlagsort / Veröffentlichungsort:
Darmstadt
Publikationsjahr:
2015
Seitenbereich:
158-169
Buchtitel:
Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2015
Bandnr.:
KTBL-Schrift 510
Jahrgang/Band:
510

Zusammenfassung, Abstract
Die Auswirkungen von drei Aufzuchtbedingungen auf das Liegeverhalten nach der Eingliederung von Färsen in die Milchviehherde und deren Produktivität in der ersten Laktation wurden untersucht: (1) freier, (2) halbtägiger (06:45-18:00) und (3) kein Mutterkontakt während der ersten neun Lebenswochen. Die Kälber mit Mutterkontakt waren in Gruppen von 13 bzw. 11 Kühen und deren Kälbern im Kuhstall gehalten und gesäugt worden ("Frei": N=5, "Halb": N=5). Die Tiere ohne Mutterkontakt waren nach der Kalbung von der Mutter getrennt worden, waren eine Woche in einem Einzeliglu und danach in Gruppen gehalten worden und hatten max. 2x3 L erwärmte Vollmilch pro Tag mit einem Nuckeleimer („Ohne": N=9) erhalten. In der 10. Lebenswoche waren die Mutterkontaktkälber auf Sichtkontakt von der Mutter getrennt und an das Trinken aus dem Nuckeleimer gewöhnt worden. In der 11. Lebenswoche waren alle Kälber zusammen gruppiert und ab sofort gleich behandelt worden, was schrittweises Absetzen von der Milch bis zur 13. Lebenswoche beinhaltet hatte. Die herangewachsenen Färsen wurden 2-3 Melkzeiten nach der Kalbung meist einzeln, in ein („Ohne") bzw. drei Fällen ("Frei") zu zweit, abends in die 61-90 Tiere zählende Milchviehherde integriert. Bis auf zwei „Ohne"-Tiere hatten alle während der Eingliederung Weidegang. Das Liegeverhalten wurde mittels Datenloggern während der ersten 48 h ermittelt. Danach wurden Körpergewicht, Widerristhöhe und Rumpfumfang der Tiere gemessen und Erstkalbealter, Milchleistung bis zum 100. Laktationstag, durchschnittliche Tagesmilchmenge der Gesamtlaktation, Laktationsdauer und Abgänge anhand der Daten der Milchleistungsprüfung ermittelt. „Frei" und „Halb" unterschieden sich nicht signifikant. In den zweiten 24 h nach der Eingliederung lagen „Frei"-Tiere signifikant, „Halb"-Tiere tendenziell länger als „Ohne"-Färsen, was auf eine verminderte Belastung der muttergebunden aufgezogenen Färsen durch die Eingliederungssituation hinweist. Dabei verlängerte sich bei den „Frei"- und „Halb"-Gruppen die Liegedauer von den ersten zu den zweiten 24 h nach der Eingliederung durch häufigere Liegephasen. Dagegen verlängerte sich die Liegedauer der „Ohne"-Tiere im Laufe der Zeit nur numerisch durch einen signifikanten Anstieg der Liegephasenlänge bei gleich bleibend niedriger Liegehäufigkeit. Weitere Effekte der Aufzuchtbedingungen konnten nicht festgestellt werden.


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Zuletzt aktualisiert 2019-25-07 um 16:21