Beitrag in einem Tagungsband
Ultrahochfester Beton – Bemessungsgrundlagen und Anwendungsmöglichkeiten



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Fehling, E.; Leutbecher, T.
Herausgeber:
Falkner, H.; Teutsch, M.
Verlagsort / Veröffentlichungsort:
Braunschweig
Publikationsjahr:
2004
Seitenbereich:
93-102
Buchtitel:
Braunschweiger Bauseminar 2004 „Qualität im Bauwesen“
Jahrgang/Band:
181

Zusammenfassung, Abstract
Ultrahochfeste Betone setzen die mit den hochfesten Betonen (engl.: High Strength Concrete) eingeleitete Weiterentwicklung auf dem Gebiet der Betonbaustoffe fort. So lassen sich heute Druckfestigkeiten in der Größenordnung der Fließgrenze von Baustahl zielsicher erreichen (ca. 150 bis 230N/mm²). Diese hohen Druckfestigkeiten werden durch einen niedrigen Wasser-Bindemittelwert, den Einsatz hochwirksamer Betonzusatzmittel und die Verwendung von in der Kornzusammensetzung und Kornform aufeinander abgestimmten Zementen und mineralischer Zusatzstoffen (hohlraumarme Kornpackung) ermöglicht. In der Regel wird anhand des verwendeten Größtkorns zwischen ultrahochfesten Faserfeinkornbetonen (Größtkorn ≤ 1 mm) und ultrahochfesten Betonen mit groben Zuschlägen (> 1 mm bis etwa 8 mm) unterschieden. Durch die Zugabe geeigneter Fasern wird, abhängig von Fasergehalt und Faserart, ein sehr duktiles Bruch- und Nachbruchverhalten erzielt. Duktiles Verhalten kann bei ultrahochfesten Betonen ohne Fasern auch durch eine Umschnürung erreicht werden, wie es beispielsweise bei mit Beton gefüllten Rohren der Fall ist (z. B. Verbundstützen). Neben einer hohen Druckfestigkeit weisen ultrahochfeste Betone ein großes Spektrum weiterer günstiger Eigenschaften auf. Als Beispiel kann ihr Widerstand gegen jede Form physikalischen oder chemischen Angriffs genannt werden, der aus ihrer Gefügedichtigkeit resultiert. Die Gesamtheit dieser günstigen Materialeigenschaften wird durch den Begriff Ultrahochleistungsbeton (engl.: Ultra High Performance Concrete - UHPC) umschrieben. In seinen Materialeigenschaften unterscheidet sich UHPC von normal- und hochfesten Betonen, insbesondere wenn Fasern zugegeben werden. In den meisten Ländern - so auch in Deutschland - existieren bisher keine gültigen Bemessungsregeln für diesen neuen Werkstoff. Eine baupraktische Anwendung von UHPC erfordert daher zur Zeit noch eine Zustimmung im Einzelfall durch die zuständige oberste Baubehörde.


Autor(inn)en / Herausgeber(innen)

Zuletzt aktualisiert 2019-25-07 um 11:35