Beitrag in einem Sammelband
Was misst der ELVES-Subtest Satzverifikation? Analysen von Mess- und Itemeigenschaften mit hierarchisch-linearen Modellen.



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Richter, T.; Naumann, J.
Herausgeber:
Lenhard, W. & Schneider, W.
Verlag:
Hogrefe
Verlagsort / Veröffentlichungsort:
Göttingen
Publikationsjahr:
2009
Seitenbereich:
131-150
Buchtitel:
Diagnose und Förderung des Leseverständnisses
Titel der Buchreihe:
Tests und Trends
Jahrgang/Band:
7

Zusammenfassung, Abstract
Die Mess- und Itemeigenschaften des Subtests Satzverifikation aus dem Lesefähigkeitsdiagnostikum ELVES (Effizienz von Teilprozessen des Leseverstehens bei Erwachsenen nach dem Strategiemodell) wurden mit hierarchisch-linearen Modellen analysiert. Der Subtest Satzverifikation erfasst die Effizienz hierarchieniedriger Teilprozesse des Leseverstehens (lexikalischer Zugriff und semantische Integration) durch Testwerte, die wesentlich auf Reaktionszeiten beruhen. Im vorliegenden Beitrag wurde erstens untersucht, ob sich die Reaktionszeiten als additive Kombination von Item- und Personenparametern modellieren lassen (spezifische Objektivität). Zweitens wurde der mögliche kritische Einwand geprüft und widerlegt, dass die Reaktionszeitdaten einem potenziell validitätsgefährdenden Speed-Accuracy-Tradeoff unterliegen. Drittens wurde gezeigt, dass sich Reaktionszeitunterschiede zwischen Testitems auf Itemmerkmale zurückführen lassen, die aus psycholinguistischer und kognitionspsychologischer Sicht die Itembearbeitung erleichtern oder erschweren sollten. Insgesamt sprechen die Ergebnisse dafür, dass der Subtest Satzverifikation näherungsweise dem Prinzip der spezifischen Objektivität genügt und tatsächlich die Effizienz der angezielten Teilprozesse des Leseverstehens erfasst. (DIPF/Orig.).;;;Test- and item-characteristics of the subtest "Sentence Verification" from the reading skills test ELVES (efficiency of reading comprehension in adult readers according to the strategy model) were analyzed using hierarchical linear models. The subtest Sentence Verification captures the efficiency of lower level component reading processes (lexical access, semantic integration) through scores that rely primarily on decision latencies. The present article firstly investigates whether decision latencies can be decomposed into an additive combination of item- and person-parameters (specific objectivity). Secondly, and adding to the validity of latency-based measures of reading skills, it is shown that the decision latencies in the subtest Sentence Verification are not subject to a speed-accuracy-tradeoff. Thirdly, it is shown that differences in decision latencies between items are due to item characteristics that can be assumed to influence processing difficulty from the perspectives of cognitive psychology and psycholinguistics. In sum, the subtest Sentence Verification appears to approximately satisfy the condition of specific objectivity, and capture the targeted reading component processes' efficiency. (DIPF/Orig.).


Schlagwörter
Deutschland, Diagnostischer Test, Effizienz, Erwachsener, Itemanalyse, Kognitiver Prozess, Lesekompetenz, Reaktion (Physiol), Student, Testanwendung


Forschungsfelder


Zuletzt aktualisiert 2019-25-07 um 12:00