Aufsatz in einer Fachzeitschrift
Zur Druck-Zug-Festigkeit von Stahlbeton und stahlfaserverstärktem Stahlbeton



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Fehling, E.; Leutbecher, T.; Röder, F.
Publikationsjahr:
2009
Zeitschrift:
Beton- und Stahlbetonbau / Concrete and Reinforced Concrete Structures
Seitenbereich:
471-484
Jahrgang/Band:
104
ISSN:
0005-9900

Zusammenfassung, Abstract
Während die Druckfestigkeit des Betons durch gleichzeitig wirkenden Querdruck gegenüber der einaxialen Druck­festigkeit erheblich gesteigert werden kann, führen Querzugbeanspruchung und Rissbildung zu einer Ab­min­derung der Tragfähigkeit. Dies gilt für unbewehrten Beton und Stahlbeton gleichermaßen. In den ein­schlä­gi­gen Regelwerken finden sich hierzu international sehr unterschiedliche Bemessungsansätze, wobei die vorge­se­he­nen Abminderungsbeiwerte für denselben Anwendungsfall um das bis zu Zweifache differieren. Die Frage der Druck-Zug-Festigkeit von Stahlbeton wurde in den vergangenen 40Jahren von zahlreichen Wis­sen­­­schaftlern untersucht. Ihre Ergebnisse sind allerdings zum Teil ebenso widersprüchlich wie die aktuelle Nor­men­situation. Basierend auf eigenen experimentellen Untersuchungen sowie einer kritischen Auswertung und Ein­ord­nung als richtungweisend angesehener, früherer Versuchsreihen wird ein Vorschlag zur Abminderung der Druck­­festigkeit des gerissenen Stahlbetons entwickelt. Erstmals wird dabei auch der Einfluss einer Faserzugabe in Kombination mit Stabstahlbewehrung be­rück­sichtigt. Ein Vergleich mit den in DIN1045-1, CEB-FIPModelCode1990, Eurocode2 und ACIStan­dard318-05 angege­be­nen Bemessungs­regeln zeigt, dass allein DIN1045-1 die in den Ver­suchen beobach­te­te maxi­male Abminde­rung der Druckfestig­keit durch Quer­zug und Rissbildung zum Teil erheblich unter­schätzt, so dass eine konserva­ti­ve Auslegung der Tragwerke nicht immer sichergestellt ist.

Zuletzt aktualisiert 2019-25-07 um 12:26