Report
E2V



Publication Details
Authors:
Braun, R.; Strenge, B.; Schmidt, L.
Publication year:
2014
Pages range:
TBD

Abstract
Für viele abgeschlossene Gebiete wie z. B. urbane Kerne, verkehrsfreie Wohnviertel, Park- und Kulturlandschaften verbietet sich aufgrund der räumlichen Gegebenheiten, von Umweltaspekten, Tourismus oder anderen Gründen die Verwendung von regulären Straßenfahrzeugen. Andererseits besteht die Notwendigkeit, ohne Veränderung der Infrastruktur gerade für ältere oder behinderte Menschen diese Gebiete zu erschließen und dabei Informationen zum Umfeld sowie Fahrerassistenz bereit zu stellen. Im E2V-Projekt wurde daher das Gesamtziel verfolgt, ein kompaktes, wendiges, leichtes und teilautonomes elektrisches Fahrzeug mit interaktiver, kontextorientierter Mensch-Maschine-Schnittstelle und entsprechendem Nutzerkonzept für einen derartigen Anwendungskontext zu entwickeln.
Ziel des Teilvorhabens Mensch-Maschine-Interaktion war es, die Schnittstellen zwischen den betroffenen Menschen und dem Fahrzeug zu behandeln, einschließlich der Gestaltung des Innenraums, der Bedienelemente für die Fahrzeugsteuerung sowie der Administration und Darstellung der Inhalte der Informations- und Navigationssysteme, um die Gebrauchstauglichkeit und Akzeptanz des Systems sicherzustellen.
Zu diesem Zweck konnte auf ein umfangreiches Repertoire bestehender Erkenntnisse, Methoden und Werkzeuge zur benutzerorientierten Gestaltung zurückgegriffen werden, die den Projektcharakteristiken entsprechend ausgewählt und eingesetzt wurden. Dazu gehörte eine Anforderungsdefinition auf Basis von Analysen des Nutzungskontexts (Nutzer, Aufgaben und Umgebung), softwaregestützten anthropometrischen Analysen (Reichweiten, Platzbedarf, Blickwinkel etc.) und systematischer Recherchen existierender Konzepte. Unter Berücksichtigung der besonderen Eigenschaften und Bedürfnisse der Zielgruppe älterer und körperlich eingeschränkter Menschen, die darüber hinaus nicht über eine Fahrerlaubnis verfügen müssen, wurde entschieden, dass für die Fahrzeugsteuerung ein Side Stick und für die Ein- und Ausgabe des Informationssystems ein Touchscreen sowie Lautsprecher zur Audioausgabe einzusetzen sind. Anhand dieser Erkenntnisse wurden geeignete Komponenten zur Fahrzeugsteuerung identifiziert und prototypische Entwürfe der Benutzungsschnittstellen der Informations- und Navigationssysteme entwickelt. Letztere wurden zunächst mittels auf den Anwendungskontext angepasster, leichtgewichtiger Evaluationsmethoden iterativ optimiert und anschließend durch einen Unterauftragnehmer prototypisch implementiert. Abschließend wurde eine Evaluation der Informations- und Navigationssysteme im Rahmen von Nutzertests mit einem speziell zu diesem Zweck aufgebauten Fahrsimulator durchgeführt, der wie das eigentliche E2V mit einem einhändig bedienbaren Side Stick gesteuert werden konnte.
Die Evaluationsergebnisse spiegelten einige sehr spezielle Bedürfnisse und Anforderungen der primären Zielgruppe wider, zumal bestimmte Benutzungsprobleme exklusiv bei den ältesten Testteilnehmern aufgetreten sind. Als Gründe hierfür sind u. a. fehlende Erfahrung bei der Computernutzung sowie verringerte Sinneswahrnehmung anzunehmen. Bei einer ergänzenden Untersuchung unterschiedlicher Steuerungskonzepte für den aktiven Side Stick wurde eine tendenzielle subjektive Präferenz der Testteilnehmer für eine auf der Längsachse isometrische und auf der Querachse vergleichsweise schwergängige Konfiguration ermittelt. Darüber hinaus gab es objektive Hinweise darauf, dass dieses Steuerungskonzept vergleichsweise gut mit einem für das E2V vorgesehenen Assistenzsystem harmoniert, das den Fahrer beim Abkommen vom Weg durch Vibration des Side Sticks warnt. Das Assistenzsystem selbst wurde von den Testpersonen durchweg als hilfreich bewertet.


Authors/Editors

Last updated on 2019-25-07 at 15:25