Beitrag in einem Tagungsband
Wenn das Kalb bei der Milchkuh trinkt - freier vs. Halbtagskontakt



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Zipp, K.; Rzehak, Y.; Knierim, U.
Herausgeber:
Gieseke, D., Busch, G., Ikinger, C., Kühl, S., Pirisch, W.
Verlag:
Klartext GmbH
Verlagsort / Veröffentlichungsort:
Göttingen
Publikationsjahr:
2015
Seitenbereich:
131–134
Buchtitel:
Tierhaltung im Spannungsfeld von Tierwohl, Ökonomie und Gesellschaft

Zusammenfassung, Abstract
Auswirkungen von drei verschiedenen Kälberaufzuchtverfahren auf Milchleistung, Milchinhaltsstoffe, Eutergesundheit, Kälber- und Färsenentwicklung wurden untersucht: Freier (24 h, „Frei": N=13), halbtägiger (06:45-18:00, „Halb": N=11) und kein Mutter-Kalb-Kontakt („Kontrolle": N=14) während der ersten neun Lebenswochen. Kontaktkälber hatten während der genannten Zeiten Zugang zum Kuhstallabteil der Mutter und durften saugen. Kontrollkälber wurden kurz nach der Geburt von der Mutter getrennt und mittels Nuckeleimer aufgezogen. In der 10. Lebenswoche wurden die Kontaktkälber auf Sichtkontakt von der Mutter getrennt und an die Eimertränke gewöhnt. In der 11. Lebenswoche wurden alle Kälber zusammen gruppiert und bis zur 13. Lebenswoche stufenweise abgesetzt. Die ermelkbare Milchmenge der Kontaktkühe während der Kontaktphase lag unter der der „Kontrolle". „Halb" wiesen jedoch eine höhere Milchleistung als „Frei" auf und konnten den Milchverlust über die Laktation hinweg ausgleichen. Ein in beiden Kontaktgruppen um 1% reduzierter Fettgehalt deutet auf Milchejektionsstörungen während der Säugephase hin, was sich jedoch nicht negativ auf die Eutergesundheit auswirkte. Nach überdurchschnittlichen Tageszunahmen der Kontaktkälber während der Kontaktzeit kam es nach der Trennung zu einem Entwicklungseinbruch. Die herangewachsenen Färsen (N"Halb"=5, N"Frei"=5, N"Kontrolle"=9) wurden nach der Kalbung in die Milchviehherde integriert. Gewicht, Widerristhöhe, Rumpfumfang, Erstkalbealter und Milchleistung in den ersten 100 Laktationstagen sowie das Liegeverhalten während der ersten 2x24 h nach der Eingliederung, wurden erfasst. Die körperliche Entwicklung und Leistung der Färsen unterschieden sich nicht, jedoch lagen die Kontakt-Färsen nach der Eingliederung während der zweiten 24 h länger. Der Halbtagskontakt erscheint vorteilhaft gegenüber dem freien, jedoch müssen weitere Maßnahmen zur Förderung der Aufnahme festen Futters bei den Kontaktkälbern getroffen werden.


Autor(inn)en / Herausgeber(innen)

Zuletzt aktualisiert 2019-24-07 um 08:55