Journal article
Zum Einsatz von Raufutter bei Mastschweinen



Publication Details
Authors:
Werner, C.; Sundrum, A.
Publication year:
2008
Journal:
Landbauforschung Völkenrode Sonderheft
Pages range:
61-68
Volume number:
320

Abstract
Die EG-Verordnung 834/2007 zur ökologischen Landwirtschaft (EG-Öko-VO) schreibt eine tägliche Raufuttervorlage für Schweine vor. Raufutter wird in der Verordnung zur ökologi-schen Tierhaltung (EG-Nr. 1804/1999, Anhang 2, Teil C) definiert als: Luzerne (-grünmehl), Klee (-grünmehl), Grünfutter (gewonnen von Futterpflanzen), Grünmehl, Heu, Silage, Getreidestroh und Wurzelgemüse für Grünfutter. Trotz der vielfältigen Raufuttervarianten wird der Anforderung der Öko-Verordnung hinsichtlich der Verfütterung von Raufutter bis heute nicht flächendeckend Rechnung getragen. Der in der Praxis häufig geäu{ß}erten Argumentation, dass der Raufuttervorgabe bereits durch Stroh als Einstreu entsprochen werde, widersprechen allein futtermittelhygienische Vorgaben (EG-VO 183/2005). Neben der Notwendigkeit zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgabe der EG-Öko-VO sprechen vor allem die zu erwartenden gesundheitsfördernden Wirkungen von Raufuttermitteln für deren Einsatz in der ökologischen (Mast-) Schweinehaltung. Auch das Verhalten der Tiere wird durch deutliche Minderung von Aggressionen und Stereotypien positiv beeinflusst. Ferner dient die Raufuttergabe der Verbesserung der Nutzung von betriebseigenen Ressourcen und der Verringerung des Futtermittelzukaufs. Den positiven Wirkungen stehen allerdings erhebliche Nachteile in Form von arbeitswirtschaftlichen und teilweise monetären Mehraufwendungen für Anbau, Ernte, Lagerung und Fütterungstechniken für die Vorlage von Raufutter gegenüber. Des Weiteren geht der Einsatz von rohfaserreichen Futterbestandteilen mit einer Verringerung der Energiekonzentration im Futter und einer Reduzierung der Energieverdaulichkeit der Gesamtration einher. Ökologische Schweinemastbetriebe sollten versuchen, das Beste aus dem Nutzungspotential von Raufutter zu machen, da spätestens mit Auslauf bisheriger übergangsregelungen am En-de des Jahres 2010 die Argumente für die Nichtbeachtung der gesetzlichen Vorgaben entfallen.

Last updated on 2019-25-07 at 19:45