Hochschulschrift, Bericht einer Institution
Untersuchung verschiedener Wintererbsenherkünfte auf ihre Winterhärte und ihre Anbauwürdigkeit im Ökologischen Landbau



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Urbatzka, P.; Graß, R.; Reulein, J.; Schüler, C.
Publikationsjahr:
2008
Seitenbereich:
TBD

Zusammenfassung, Abstract
Im vorliegenden Versuch wurden mehrere alte Wintererbsenherkünfte aus Genbankbeständen im Vergleich zu modernen, in der EU zugelassenen Sorten auf ihre Eignung für den Ökologischen Landbau geprüft. Zur Versuchsdurchführung wurden an zwei Versuchsstandorten der Universität Kassel/Witzenhausen verschiedene Wintererbsenherkünfte und -sorten in randomisierten Blockanlagen ausgesät. Im Versuchsjahr folgte einem nassen Herbst 2002 ein langer Winter mit anhaltenden Frösten und ein sehr trockenes Frühjahr mit häufigen Wechselfrösten. Der Frühsommer war trocken und hei{ß}. Die Auflaufraten lagen nach ca. 2 Monaten bei 74 {\%} und 86 {\%}, wobei auf beiden Standorten die modernen Wintererbsensorten deutlich besser aufgelaufen sind als die Herkünfte. Die kalte Witterung im Winter führte bei allen modernen Sorten au{ß}er bei EFB 33 zu Ausfällen von nahezu 100 {\%}, während die meisten Erbsenherkünfte aus der Genbank zu diesem Zeitpunkt nur geringe Schädigungen aufwiesen. Durch das abwechselnd warme und kalte Wetter im März und im April wurden die bis dahin dichten Bestände stark dezimiert. Wegen der durchschnittlichen Ausfälle von 82 {\%} am ersten Standort musste dort auf einen Teil der geplanten Untersuchungen verzichtet werden. Die Ausfälle am zweiten Standort lagen bei 55 {\%}. Bei der Grünernte (Blühbeginn) wurden durchschnittlich 36 dt TM/ha geerntet. Au{ß}er bei Rohprotein lagen die Futterinhaltsstoffe der Wintererbsen im Versuchsjahr deutlich unter den Standardwerten für Sommererbsengrünschnitt. Die Erträge bei der Körnerernte lagen in einem Bereich zwischen 30 und 40 dt TM/ha (durchschnittlich 35,6 dt TM/ha) und waren von den Futterinhaltsstoffen mit den Standardwerten für Sommererbsen vergleichbar. Die Aminosäuregehalte lagen zum Teil höher als bei Sommererbsen. Zum Zeitpunkt der Grünernte wurden Nmin-Gehalte von ca. 45 bis ca. 60 kg Nmin/ha in einer Tiefe von 0 bis 90 cm gemessen. Bis zur Körnerernte war vor allem in der Bodenschicht 0 bis 30 cm ein deutlicher Anstieg an mineralischem Stickstoff zu verzeichnen, sodass nach der Ernte zwischen 68 und 92 kg Nmin/ha im Boden vorlagen.

Zuletzt aktualisiert 2019-25-07 um 19:44