Hochschulschrift, Bericht einer Institution
Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration im ökologischen Landbau - Analyse der Auswirkungen alternativer Verfahren auf die Akzeptanz bei Verbrauchern und Produzenten



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Heid, A.; Brenninkmeyer, C.; Knierim, U.; Hamm, U.
Publikationsjahr:
2011
Seitenbereich:
TBD

Zusammenfassung, Abstract
Ziel des Projektes war es, Einstellungen von Verbrauchern, Produzenten, Verarbeitern, Händlern und Tierschutzverbänden zur betäubungslosen Ferkelkastration und möglichen Alternativen zu untersuchen und Empfehlungen für die Öko-Landwirtschaft abzuleiten. Einstellungen und Zahlungsbereitschaft von insgesamt 89 Verbrauchern von Öko-Produkten wurden in Fokusgruppen mit anschlie{ß}ender Vickrey-Auktion ermittelt. Die betäubungslose Ferkelkastration war den Verbrauchern kaum bekannt. Sie wurde überwiegend negativ bewertet und passte nicht ins Bild der Öko-Tierhaltung. Wichtige Kriterien für die Bewertung der Alternativen waren Tierschutz, Gesundheit, Lebensmittelsicherheit, Geschmack und Kosten. Die Immunokastration löste starke Bedenken aus. Die Kastration mit Betäubung und Schmerznachbehandlung und die Ebermast dagegen erwiesen sich unter bestimmten Voraussetzungen aus Verbrauchersicht als geeignete Alternativen für die Öko-Landwirtschaft. Erfahrungen mit Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration in der Öko-Schweinebranche in neun europäischen Ländern wurden von 156 Experten, von denen 53 antworteten, erfragt. Die Kastration nur mit Schmerznachbehandlung wurde als besonders einfach umzusetzen, aber bezüglich des Tierschutzes nicht ausreichend eingeschätzt. Mit der Narkose mit Isofluran und Schmerzbehandlung wurden positive Erfahrungen gemacht. Als Probleme wurden u.a. die erhöhten Kosten und die Abhängigkeit vom Tierarzt genannt. Die Immunokastration sahen die Experten als tierfreundlich, aber nicht zur Öko-Landwirtschaft passend an. überwiegend wurde die Ebermast favorisiert, die allerdings bislang au{ß}er im Vereinigten Königreich nur in sehr geringem Umfang durchgeführt wird, da sie gravierende Änderungen auf allen Stufen der Erzeugungskette voraussetzt. Fünf von sechs befragten deutschen Tierschutzverbänden zogen die Ebermast vor. Auch die Kastration unter Betäubung mit Isofluran und Schmerznachbehandlung wurde überwiegend befürwortet oder toleriert. Schlussfolgernd werden diese beiden Methoden als besonders zukunftsträchtig für die Öko-Schweinebranche eingeschätzt.

Zuletzt aktualisiert 2019-25-07 um 19:48