Aufsatz in einer Fachzeitschrift
Ethnoveterinary herbal remedies used by farmers in four north-eastern Swiss cantons (St. Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden and Appenzell Ausserrhoden)



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Disler, M.; Ivemeyer, S.; Hamburger, M.; Vogl, C.; Tesic, A.; Klarer, F.; Meier, B.; Walkenhorst, M.
Publikationsjahr:
2014
Zeitschrift:
Journal of Ethnobiology and Ethnomedicine
Seitenbereich:
32
Jahrgang/Band:
10
ISSN:
1746-4269

Zusammenfassung, Abstract
Hintergrund:Aus weiten Teilen Mitteleuropas fehlen bisher Angaben zur Ethnoveterinärmedizin. Andererseits birgtdas traditionelle Erfahrungswissen zu Pflanzen und deren Anwendungen ein grosses Potential für zukünftigeBehandlungsstrategien für Nutztierkrankheiten. Ziel dieser Studie war daher die Erfassung und Auswertung destraditionellen Erfahrungswissens zu pflanzlichen Hausmitteln und deren Anwendungen bei Nutztieren auflandwirtschaftlichen Betrieben in vier nordöstlichen Schweizer Kantonen (St. Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhodenund Appenzell Ausserrhoden).Methoden:Von Anfang März bis Ende April 2012 wurden 50 Landwirtinnen und Landwirte auf 38 Betriebenanhand eines semistrukturierten Fragenkatalogs interviewt. Für jede genannte Rezeptur wurden detaillierteInformationen zu den verwendeten Pflanzen und zur Herstellung dokumentiert, darüber hinaus für derenAnwendungsgebiete die Dosierung, Verabreichungsart, Anwendung, Wissensursprung, Einsatzhäufigkeit und dieZufriedenheit mit dem Ergebnis der Therapie.Resultate:Insgesamt wurden 490 Rezepturen erfasst. Davon enthielten 315 Rezepturen je nur eine einzelnePflanzenart. Ausschliesslich diese Rezepturen wurden in die Auswertung einbezogen. Sechsundsiebzig verschiedenePflanzenarten aus 44 Pflanzenfamilien wurden hierfür verwendet. Die PflanzenfamilienAsteraceae, PolygonaceaeundUrticaceaewaren am häufigsten vertreten. Die meistgenannten Pflanzenarten warenMatricaria recutitaL., CalendulaofficinalisL.,Rumex obtusifoliusL. undUrtica dioicaL. Für jede Rezeptur wurden bis zu acht verschiedeneAnwendungen, insgesamt 428 überwiegend für Rinder, beschrieben. Die meistgenannten Anwendungsgebietewaren Hautveränderungen und Wunden, sowie Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und Stoffwechselstörungen.Am häufigsten wurden topische Verabreichungen genannt, gefolgt von den oralen Verabreichungen. Das Wissenüber die Herstellung und Verwendung der Rezepturen stammt fast zur Hälfte von Vorfahren und Verwandten. Mehrals ein Drittel der Anwendungen wurde während der letzten fünf Jahre zehnmal und häufiger benutzt. Die letzteAnwendung erfolgte in rund sechzig Prozent der Fälle innerhalb der letzten zwölf Monate.Schlussfolgerung:Das traditionelle Erfahrungswissen über pflanzliche Hausmittel und deren Anwendungen beiNutztieren ist in der nordöstlichen Schweiz vorhanden. Die auf diesem Erfahrungswissen basierenden pflanzlichenRezepturen werden nach wie vor angewendet. Die pflanzlichen Rezepturen werden mit grosser Zufriedenheit zurBehandlung von Nutztieren eingesetzt


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Zuletzt aktualisiert 2019-25-07 um 09:58