Conference proceedings article
Forschung in der Ökologischen Tierhaltung im Spannungsfeld von divergierenden und konzertierenden Strömungen



Publication Details
Authors:
Sundrum, A.
Editor:
Freyer, Bernhard
Publisher:
Universität für Bodenkultur Institut für ökologischen Landbau
Place:
Wien
Publication year:
2003
Pages range:
TBD
Book title:
Ökologischer Landbau der Zukunft - Beiträge zur 7. Wissenschaftstagung zum Ökologischen Landbau

Abstract
Die Ökologische Tierhaltung unterscheidet sich von der herkömmlichen Tierproduktion durch das Wirtschaften unter definierten Rahmenbedingungen (EG-Verordnung bzw. Verbands richtlinien) und durch veränderte Prioritäten in den Produktionszielen. Insbesondere wird der Qualitätserzeugung Vorrang vor der Produktionsmaximierung eingeräumt. Die Qualitäts erzeugung beinhaltet dabei sowohl die Produktqualität als auch die Prozessqualitäten Tier-, Umwelt- und Naturschutz. Aus den veränderten Produktionsbedingungen und -zielen resul tieren unterschiedliche Forschungsfragen und -ansätze. Einerseits geht es um die Erarbeitung neuer Erkenntnisse für den Umgang mit und die Optimierung innerhalb der ökologischen Rahmenbedingungen, nicht zuletzt im Hinblick auf die qualitätsorientierten Produktionsziele. Andererseits bedarf es der Transformation der aus herkömmlichen Forschungsansätzen gewonnenen Erkenntnisse auf die Besonderheiten der ökologischen Wirtschaftsweise. In den bisherigen Forschungsaktivitäten zur Ökologischen Tierhaltung treten eine Vielzahl unterschiedlicher und teilweise gegenläufiger Forschungsansätze zutage, bei denen sich der Eindruck aufdrängt, dass mehr nebeneinander als aufeinander bezogen agiert wird und häufig wenig von der vielbeschworenen Interdisziplinarität erkennbar ist. Neben den divergierenden Interessen unterschiedlicher Forschergruppen ist dies nicht zuletzt die Folge einer unkoordi nierten Forschungsförderung. Ohne das Bemühungen um eine Verständigung über den Forschungsrahmen und ma{ß}gebliche Forschungsziele besteht die Gefahr der weiteren Aufsplitterung, wie sie in der herkömmlichen agrarwissenschaftlichen Forschung vorherrscht. Um angesichts knapper Ressourcen Ansätze für eine Orientierung der Forschungsaktivitäten zu diskutieren und der Unübersichtlichkeit entgegenzuwirken, soll im Workshop das Ziel ver folgt werden, Forschungsansätze und -ziele zu systematisieren. Der Vorschlag zur Systematik orientiert sich vorrangig an bestehenden und in der Entwicklung befindlichen Wertschöp fungsstrategien. Diese umfassen u.a.: die spezifische Erzeugung hoher Produkt- und Prozess qualitäten für ein hochpreisiges Marktsegment, die Ausschöpfung von Synergieeffekten zwischen verschiedenen Betriebszweigen und Betrieben oder die Senkung der Produktions kosten innerhalb der gesetzlichen Produktionsvorgaben. Am Beispiel der Schweinehaltung soll die Systematisierung konkretisiert werden. Ferner soll aufgezeigt werden, in welchen Bereichen der Ökologischen Tierhaltung besondere Defizite bezüglich des Kenntnisstandes und der praktischen Umsetzung bestehen. Eine Systematik bietet darüber hinaus verschiedene Anhaltungspunkte, um das Problem der übertragbarkeit von Forschungsergebnissen auf die jeweilige spezifische Situation des landwirtschaftlichen Betriebes zu erörtern. Ausgangspunkt des Workshops ist die Arbeitshypothese, dass die bestehende Vielfalt in den Forschungsansätzen nicht notwendigerweise zu einer ineffektiven Auf- und Zersplitterung führen muss, sondern zum Vorteil gereichen kann, wenn es gelingt, die verschiedenen Ansätze als Teil eines Ganzen zu begreifen und sie für einen umfassenden Erkenntnisgewinn zu nutzen.


Authors/Editors

Last updated on 2019-25-07 at 19:54