Beitrag in einem Tagungsband
Herzfrequenz und Unruheverhalten von Milchkühen mit und ohne Kalbkontakt bei verschiedenen Stimulationen im Melkstand



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Zipp, K.; Knierim, U.; Barth, K.
Herausgeber:
KTBL
Verlag:
KTBL
Verlagsort / Veröffentlichungsort:
Darmstadt
Publikationsjahr:
2013
Seitenbereich:
198-207
Buchtitel:
Aktuelle Arbeiten zur artgemäßen Tierhaltung 2013
Bandnr.:
KTBL-Schrift 503
Jahrgang/Band:
KTBL-Schrift 503

Zusammenfassung, Abstract
Einem zunehmenden Interesse an der muttergebundenen Kälberaufzucht stehen Probleme bei der maschinellen Milchgewinnung gegenüber, insbesondere die häufig zu beobachtende eingeschränkte Alveolarmilchejektion. Dies war Anlass zu untersuchen, ob drei kalbassoziierte Stimuli im Melkstand die Melkbarkeit der Kühe verbessern können. In diesem Beitrag werden die Auswirkungen der Stimulationen auf die Herzfrequenz (HR) und das Unruheverhalten (Wiederkäuen, Kopfhaltung und Verhalten bei der Melkvorbereitung) im Melkstand dargestellt. 15 Milchkühe mit permanentem und 22 Milchkühe ohne Kalbkontakt wurden vor dem maschinellen Melken olfaktorischen (Kälberhaare), taktilen (Zitzenmassage) und akustischen (Kälberrufe) Reizen ausgesetzt. Alle Kühe wurden zweimal täglich gemolken. Die Stimulationen fanden an drei aufeinander folgenden Wochen zwischen dem 25.-51. Laktationstag statt. Jeder Stimulus wurde während vier Melkzeiten angewandt und mit vier Routinemelkungen verglichen. Da die HR-Messungen nur morgens stattfanden, gab es hier nur zwei Wiederholungen pro Stimulation. Gemischte Modelle mit den fixen Faktoren Stimulation, Kalbkontakt, Rasse (Deutsche Rotbunte vs. Deutsche Holstein), Parität (primipar vs. pluripar) und dem zufälligen Faktor Tier wurden für jeden Parameter berechnet. Wiederkäuen und Kopfhaltung wurden durch keinen Faktor beeinflusst. Der Kalbkontakt hatte keinen Effekt auf das Unruheverhalten oder die HR im Melkstand. Während der taktilen Stimulation war die HR signifikant höher als während des Routinemelkens, dagegen lag die HR bei akustischer Stimulation niedriger. Die Deutschen Rotbunten zeigten bei der Melkvorbereitung mehr Unruheverhalten und wiesen eine höhere HR während dieser Phase auf als die Deutschen Holstein, was auf Unterschiede im Temperament oder der Berührungsempfindlichkeit hinweisen könnte. Primipare Tiere reagierten erwartungsgemäß auf die Melkvorbereitung unruhiger als pluripare. Dies war jedoch nicht mit einer HR-Erhöhung gekoppelt. Die Ergebnisse wiesen nicht auf höhere Stressreaktionen von Milchkühen mit Kalbkontakt im Melkstand hin. Bei der akustischen Stimulation war die HR unabhängig vom Kalbkontakt niedriger als beim Routinemelken.


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Zuletzt aktualisiert 2019-25-07 um 16:21