Beitrag in einem Sammelband

Sichtbarkeit.





Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Schaffer, J.
Herausgeber:
Johanna Dorer, Brigitte Geiger, Brigitte Hipfl, Viktorija Ratković
Verlag:
springer
Verlagsort / Veröffentlichungsort:
Wiesbaden
Veröffentlichungsstatus:
Angenommen zur Veröffentlichung
Buchtitel:
Handbuch Medien und Geschlecht. Perspektiven und Befunde der feministischen Kommunikations- und Medienforschung

Zusammenfassung, Abstract




















Trotz
jahrzehntelang geäußerter Kritik erweist sich der Begriff Sichtbarkeit immer noch als brauchbar, um Herrschaftskritik zu
betreiben und die Umverteilung gesellschaftlicher Ressourcen zu fordern (‚Mehr Sichtbarkeit
für...’). In kritischen Diskussionskontexten zu digitalen Medienrealitäten ist der
Begriff allerdings grundlegend anders konnotiert. Hier lagert er neben dem
Begriff der Überwachung, verliert also die oppositionelle Konnotation, die er
vor allem in den 1980er Jahren gewann, und affirmativverwendet steht er vornehmlich
für Internetpräsenz. Die dargestellten Kritiken an der Verwendung des Begriffs
weisen auf die entmaterialisierenden und naturalisierenden ideologischen Effekte
dieser Redefigur hin und arbeiten die mediale/materielle Bedingtheit der
Dimension, die mit Sichtbarkeit bezeichnet ist, heraus. In den
Diskussionspraktiken kritischer Netzaktivist*innen und Coder*innen lassen sich
zudem Begriffe wie Permeabilitat und Exponiertheit finden, und mit Flüstern und Zuhören Metaphern, die andere Sinnesrealitäten ansprechen, um so der
konzeptuellen Reduktion, zu der Sichtbarkeit
tendiert, mit einem umfangreicheren medienpolitischen Vokabular zu entgegnen.


Zuletzt aktualisiert 2019-25-07 um 18:51