Beitrag in einem Tagungsband
Evaluierung einer CCD Kamera zur Detektion von UV-Emissionen durch Koronaentladungen



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Raulf, T.; Claudi, A.; Zander, R.; Fuchs, C.; Tutsch, W.
Herausgeber:
ETG; VDE
Verlag:
VDE VERLAG GMBH
Verlagsort / Veröffentlichungsort:
Berlin, Offenbach
Publikationsjahr:
2018
Seitenbereich:
205
Buchtitel:
VDE-Hochspannungstechnik 2018

Zusammenfassung, Abstract

Für den Betrieb von Umspannanlagen
und Hochspannungsfreileitungen, aber auch für den Laborbetrieb werden
Möglichkeiten gesucht, Koronaentladungen zu detektieren und präzise zu
lokalisieren. Diese sind in den meisten Fällen ungewollte Entladungen und
oftmals ein Indikator für Fehlstellen, welche bei isolierenden Materialien zu
einer elektrischen Überbeanspruchung oder Degradation führen und schlussendlich
einen Ausfall zur Folge haben. Im Speziellen an Freileitungen können
Koronaentladungen ein Hinweis auf Defekte, Alterung, Beschädigung oder falsche
Montage der Armaturen, Leiter- und Erdungsseilen oder Isolatoren sein.



Aktueller Stand der Technik sind
UV-Kameras, die mit Bildverstärkertechnologie die vergleichsweise schwachen
UV-Emissionen sichtbar machen. In dem Anwendungsszenario einer
Freileitungsbefliegung mittels Helikopter geraten die am Markt erhältlichen
Kameras an ihre Grenzen. Die erhältlichen Kameras sollen bei einem Inspektionsflug
parallel zur Sichtinspektion eingesetzt werden, jedoch ist dies aufgrund der
Brennweite und Auflösung des Kamerasystems gegenwärtig nicht möglich. Demnach
müsste unter Verwendung aktueller UV-Kameras eine andere Flugroute geflogen
werden, die allerdings eine visuelle Inspektion aufgrund der Entfernung zu Mast
und Leiterseil ausschließt, so dass für eine Sichtinspektion und eine
Koronadetektion separate Befliegungen durchgeführt werden müssten.



Für diese Anwendung wurde im Rahmen
eines Forschungsprojektes der Einsatz einer kompakten und leistungsfähigen
Kamera mit Charged Coupled Device Sensor (CCD-Sensor) untersucht. Die Kamera
ist theoretisch in der Lage, die UV-Emissionen von Koronaentladungen im Bereich
von 250 nm – 400 nm zu detektieren.



Die ersten Laboruntersuchungen zur
Leistungsfähigkeit des Kamerasystems sind vielversprechend und beweisen die
Machbarkeit. Die Verwendung der Kamera setzt eine Vorselektion des spektralen
Bereichs voraus, um die Dynamik der Kamera voll ausnutzen zu können und eine Übersteuerung
des Sensors zu vermeiden. Hierfür wurden Filter mit unterschiedlichen
Bandpass-Charakteristika untersucht sowie die UV-Sensibilität der Kamera bei
verschiedenen Intensitäten der Koronaentladungen auf der Oberfläche und bei
Spitze-Platte Anordnungen bestimmt.



Autor(inn)en / Herausgeber(innen)

Zuletzt aktualisiert 2018-22-11 um 13:10