Report
Schlussbericht zum Projekt SimCast - Simulationsgestützte Prognose der Dauer von Logistikprozessen



Publication Details
Authors:
Gliem, D.; Jessen, U.; Stolipin, J.; Wenzel, S.; Kusturica, W.; Laroque, C.
Place:
Kassel
Publication year:
2019
Title of series:
Produktionsorganisation und Fabrikplanung - Publikationen
ISBN:
978-3-00-062399-8
Languages:
German

Abstract

Für den kundenindividuellen Anlagenbau in der Unikat- und
Kleinserienfertigung sind die termingerechte Fertigstellung, Lieferung
und Inbetriebnahme einer Anlage entscheidende Wettbewerbsfaktoren. Bei
der Planung neuer Projekte kann das bisher aus Projekten erworbene
Wissen allerdings nicht 1:1 in ein neues Projekt übertragen werden, da
die Parameter und die Dauer der Montage- und Logistikprozesse von dem
jeweils zu montierenden Bauteil abhängig sind. Aus diesem Grund wird
diese Prozessdauer heute nur grob abgeschätzt; aus Sicherheitsgründen
werden kostspielige Zeitpuffer für die Logistik eingeplant. Den meisten
kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dieser Branche fehlt es an einer
praktikablen Methodik, um exakte Terminplanungen für die jeweiligen
Prozesse vorzunehmen und damit eine hohe Planungsgüte zu erreichen. Hier
setzt dieses Vorhaben mit Fokus auf die logistischen Prozesse im
kundenindividuellen Anlagenbau der Unikat- und Kleinserienfertigung an.
Basierend auf historischen Projektdaten und Expertenwissen wird eine
Methodik als Prognosebasis bereitgestellt, mit der eine abgesicherte
Schätzung der Dauer logistischer Prozesse möglich wird.

Der entwickelte allgemeine Methodenbaukasten basiert auf
Logistikreferenzprozessen der Unikat- und Kleinserienfertigung,
Einflussparametern, die sich auf die Prozessdauer auswirken, sowie auf
quantifizierbaren Wirkzusammenhängen dieser Einflussparameter mit Bezug
auf die Prozessdauer. Er stellt zudem mathematische Berechnungsregeln
zur Prognose der Prozessdauer zur Verfügung und führt die erarbeiteten
Wissensstrukturen in einer Ontologie zusammen. Ein systematisches
Vorgehensmodell erlaubt eine unternehmensspezifische Adaption des
Methodenbaukastens; das unternehmensspezifisch relevante Regelwerk zur
Berechnung der Prozessdauer oder zur Analyse historischer Daten kann als
sogenanntes Schätz-Plug-in in ein Projektmanagementwerkzeug eingebunden
werden. Die Methodik ist in Form eines Demonstrators in drei Teilen
evaluiert worden: (1) Nutzung von Expertenwissen, (2) Analyse von
Zusammenhängen aus historischen Daten und (3) Nutzung der Simulation zur
Generierung belastbarer Daten. Der dritte Teil ist ergänzt worden, da
historische Daten nicht bei allen Projektpartnern zur Verfügung standen.


Die konzipierte Methodik erlaubt eine umfassende Formalisierung
von Expertenwissen und auf dieser Basis eine valide Quantifizierung der
Prozessdauer und ist auch auf Unikat- und Kleinserienfertiger außerhalb
des Anlagenbaus übertragbar. Diese Prognosen bilden die Grundlage für
eine anschließende simulationsgestützte Absicherung des
Gesamtprojektplans. Die Vertreter der Industrieunternehmen im
Projektbegleitenden Ausschuss (PA) bestätigten Nutzen, Praktikabilität
und Übertragbarkeit der Methodik.


Last updated on 2019-17-06 at 19:41