Journal article
Körperliche Erkrankung und Suizidalität bei hochbetagten geriatrischen Patienten: Eine explorative Studie



Publication Details
Authors:
Lindner, R.
Publication year:
2012
Journal:
Suizidprophylaxe
Pages range:
11-19
Volume number:
39
Issue number:
1
ISSN:
0173-458X

Abstract
Suizidalität spielt eine wichtige Rolle bei körperlich kranken Hochbetagten. Aus allen 76 Patienten, die im Laufe eines Jahres durch einen psychosomatischen Konsil-/Liaisondienst einer geriatrischen Klinik behandelt wurden, wurden mittels der Methode der verstehenden Typenbildung idealtypische Interaktionsmuster dieser Patienten mit dem geriatrischen Team gebildet (Alter: 60 bis 90 Jahre und älter). Im Rahmen einer Strukturanalyse wurde dann untersucht, bei welchen typischen Interaktionsmustern sich gehäuft suizidale und lebensmüde Patienten fanden und welche Krankheiten bei diesen Mustern häufig waren. Obwohl es keine spezifisch suizidalen Interaktionsmuster gab, zeigte sich doch eine Häufung Suizidaler und Lebensmüder bei einem Interaktionsmuster im Rahmen eines Autonomie-Abhängigkeitskonfliktes und bei dem Muster eines ärgerlich-enttäuschten Rückzugs. Hier fanden sich auch mehr Patienten mit Schmerzen, nach Unfällen und mit Lungenerkrankungen, als bei anderen Mustern. Während sich der Grundkonflikt um Fusions- und Abgrenzungswünsche, wie auch der narzisstische Rückzug bei Suizidalen aller Altersgruppen findet, scheint der Körper, seine Störungen, wie auch Heilungsprozessse sowohl für die Entwicklung von Suizidalität im Alter als auch für ihre Entaktualisierung eine zentrale Rolle zu spielen. Die Bedeutung derartiger Interaktionsmuster für die Suizidprävention wird diskutiert.


Authors/Editors

Last updated on 2019-23-08 at 11:38