Aufsatz in einer Fachzeitschrift
Heimatliche Gegenübertragung im psychotherapeutischen Erstkontakt mit Älteren



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Lindner, R.
Publikationsjahr:
2013
Zeitschrift:
Psychotherapie im Alter
Seitenbereich:
381-393
Jahrgang/Band:
10
Heftnummer:
3
ISSN:
1613-2637

Zusammenfassung, Abstract
Der erste Kontakt mit den psychosomatischen Alterspatienten in der Geriatrie entscheidet oftmals über Gelingen oder Misslingen eines psychotherapeutischen Zugangs zum Patienten. Die zugrunde liegende klinische Beobachtung ist dabei, dass die gemeinsame Nutzung des Dialekts die Entstehung eines psychotherapeutischen Kontakts sehr fördern kann. Vor diesem Hintergrund wurden alle Konsilberichte eines halben Jahres des psychosomatischen Konsil-/Liaisondienstes in einer geriatrischen Klinik (69 Berichte) auf die Erwähnung der heimatlichen Örtlichkeit des Patienten und auf die sich entwickelnde übertragungsbeziehung in den ersten Gesprächen hin untersucht. Bei elf Patienten wurde Hamburg als Heimat genannt (die Heimat des Therapeuten), bei elf weiteren Patienten wurde als Heimat explizit ein anderer Ort angegeben. Mit der Methode der verstehenden Typenbildung wurden zwei Idealtypen der übertragungsbeziehung entworfen, ein heimatlicher mit hoher Zugewandtheit und ein Flüchtlings-Typus mit ambivalenterem übertragungsgeschehen. Vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung des mütterlichen Dialekts für die Entwicklung einer positiven und Halt gebenden initialen übertragungsdynamik diskutiert.


Autor(inn)en / Herausgeber(innen)

Zuletzt aktualisiert 2019-23-08 um 11:38