Beitrag in einem Sammelband
Verstehende Typenbildung und Komparative Kasuistik: Fallvergleichende qualitative Methoden in der Psychotherapieforschung



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Lindner, R.; Stuhr, U.
Herausgeber:
Jüttemann, Gerd
Verlag:
Pabst Science Publishers
Verlagsort / Veröffentlichungsort:
Lengerich
Publikationsjahr:
2009
Seitenbereich:
121-130
Buchtitel:
Komparative Kasuistik. Die psychologische Analyse spezifischer Entwicklungsphänomene
ISBN:
978-3-89967-487-3

Zusammenfassung, Abstract
Es wird im überblick über fallvergleichende qualitative Methoden in der Psychotherapieforschung informiert. Dabei werden nach allgemeinen Anmerkungen zur qualitativen Psychotherapieforschung folgende Punkte besprochen: (1) Max Webers Konzept des Idealtypus, (2) Grundprinzipien der Idealtypenbildung als qualitativ-hermeneutischer Methode, (3) die Methode der verstehenden Typenbildung (Fallrekonstruktion; Fallkontrastierung und Identifizierung prototypischer Fälle), (4) Vergleich der Einzelfälle mit den Prototypen und Definition der Idealtypen, (5) Strukturanalyse. Dann werden Forschungsprojekte aus dem Bereich der Psychotherapieforschung, in denen Idealtapenbildung als Sonderform der verstehenden Typenbildung derzeit angewendet wird, tabellarisch aufgelistet. Sie werden als Beleg dafür gewertet, dass die verstehende Typenbildung sowohl als Gruppendiskussionsprozess, jedoch auch als Einzelforscher, als systematische qualitative Methode genutzt werden kann, um komplexe intrapsychische, interpersonelle und soziale Phänomene zu untersuchen. Abschließend werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der verstehenden Typenbildung und der Komparativen Kasuistik herausgearbeitet. Dabei erscheint die Komparative Kasuistik als spezifischer und in den methodischen Schritten als kleinteiliger, wohingegen die verstehende Typenbildung für einen breiteren Range an Fragestellungen geeignet ist und weniger eindeutig definierte Arbeitsschritte vorgibt, die dann allerdings im jeweiligen Forschungsprozess auch genau beschrieben werden müssen.


Autor(inn)en / Herausgeber(innen)

Zuletzt aktualisiert 2019-23-08 um 11:45