Aufsatz in einer Fachzeitschrift
Ja, aber...“ – Förderung klimafreundlichen Verhaltens durch die Veränderung individueller Rechtfertigungsstrategien. Kurzbericht



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Batzke, M.; Cohrs, C.
Publikationsjahr:
2020
Zeitschrift:
Umweltpsychologie
Seitenbereich:
131-141
Jahrgang/Band:
24
Heftnummer:
1
ISSN:
1434-3304

Zusammenfassung, Abstract

Die vorliegende Untersuchung ging den Fragen nach, ob und wie Rechtfertigungen für klimaschädigendes Verhalten situativ verändert werden können. Dafür wurde erstmalig eine qualitative Unterscheidung zwischen den Rechtfertigungsstrategien anhand der Konzepte Erkenntnis und Abwehr eingeführt. Weiterhin wurden zwei situative Interventionsstrategien, basierend auf dem Normaktivationsmodell (Schwartz, 1977) und auf der Theorie der kognitiven Dissonanz (Festinger, 1957), systematisch auf ihre Wirksamkeit untersucht, Rechtfertigungen zu verändern. Darüber hinaus wurden die Zusammenhänge der Rechtfertigungsstrategien mit klimafreundlichem Verhalten erforscht. Im Rahmen einer Online-Studie (N = 135) wurden Versuchsteilnehmer*innen, im Anschluss an die Aktualisierung eines vergangenen Normverstoßes in Form von klimaschädigendem Flugverhalten mit einem Vorwurf konfrontiert und gebeten, sich für das eigene normdiskrepante Verhalten zu rechtfertigen. Es wurde angenommen, dass Versuchspersonen in den Gruppen der situativen Interventionen mehr Erkenntnis- und weniger Abwehr-Rechtfertigungen zeigen, was jeweils mit klimafreundlichem Verhalten einhergeht. Statistische Analysen belegten die qualitativ unterschiedliche Verhaltenswirksamkeit einzelner Rechtfertigungsstrategien, jedoch nicht die Wirksamkeit der Interventionsstrategien zur Veränderung von Rechtfertigungen. Rechtfertigungen bilden das Bindeglied zwischen normativer Verpflichtung und normabweichendem Verhalten und sind ein Ansatzpunkt für einen psychologischen Beitrag zum Klimaschutz.


Zuletzt aktualisiert 2020-01-09 um 02:11