Beitrag in einem Sammelband
Essen als Zeichen religiöser Identität in den drei monotheistischen Religionen - Potenziale und Grenzen interreligiösen Lernens



Details zur Publikation
Autor(inn)en:
Schlehahn, R.
Herausgeber:
Tworuschka, Udo; Klöckner, Michael
Verlag:
Westarp Science Fachverlag
Verlagsort / Veröffentlichungsort:
Hohenwarsleben
Publikationsjahr:
2021
Seitenbereich:
TBD
Buchtitel:
Handbuch der Religionen - Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften in Deutschland und im deutschsprachigen Raum, 68. Ergänzungslieferung

Zusammenfassung, Abstract

Essen als alltägliches und im Trend liegendes Phänomen birgt Potenzial für eine religionspädagogische Auseinandersetzung mit den drei monotheistischen Religionen (Kap. 1). Im Judentum, Islam und Christentum spielen Speisevorschriften bzw. spezielle Nahrungsmittel im religiösen Alltag oder im Rahmen von Ritualen eine bedeutende Rolle und stellen einen festen Bestandteil religiöser Ausdrucksformen dar (Kap. 2). Dadurch besitzen sie einen entsprechenden Einfluss auf die religiöse Identität der Individuen und Religionsgemeinschaften. Da beide Formen der religiösen Identität stark von der Kultur geprägt sind, treten sie möglichweise auch mit kulturellen Identitäten in Wechselwirkung, sodass Überschneidungen und gegenseitige Konkurrenz auftreten können (Kap. 3). Unter der Beachtung der Identitätsvielfalt können die Speisegebote der Religionen in der Spur des interreligiösen Lernens im Religionsunterricht fruchtbar werden. Durch die Grundprinzipien interreligiösen Lernens, welche u. a. von der Klärung der eigenen Position über den Erwerb religionskundlichen Wissens bis hin zum Erlernen und Erleben von Perspektivenwechsel und konkreten Begegnungen reichen, kann das Potenzial der Speisevorschriften im Religionsunterricht und darüber hinaus ausgeschöpft werden. Das Lernen an Differenzen und Gemeinsamkeiten, der Blick aus einer anderen Perspektive auf die eigene Tradition, das Auslösen von Reflexionsprozessen, die wiederrum die religiöse Identität der Lernenden beeinflussen, scheinen sich besonders im gemeinsamen interreligiösen Mahl vollumfänglich zu entfalten. Gleichwohl unterliegt interreligiöses Lernen Einschränkungen und Hürden, die ernst zu nehmen sind und das mögliche Potenzial behindern (Kap. 4).


Zuletzt aktualisiert 2020-18-11 um 16:05