Drittmittelprojekt

Vermeidung von Viruserkrankungen (Möhrenröte) im Ökologischen Möhrenanbau. (02OE088) - 5522409


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 10/200212/2003


Zusammenfassung


Für ein offenbar neues Krankheitsbild („Möhrenröte“) im ökologischen Möhrenanbau, bestehend aus Rotfärbungen des Laubes, gestauchten Herzblättern, Wurzelbärtigkeit und sog. „Rattenschwänzen“, werden Viruserkrankungen verantwortlich gemacht. Im Projekt wurden die Teilziele Virusanalytik, Status-Quo-Analysen und Lösungsstrategien wie folgt bearbeitet:



Virusanalytik: Es konnten mindestens 8 verschiedene Viren identifiziert werden, nämlich 2-3 Stämme bzw. Arten aus dem Luteoviruskomplex Carrot red leaf virus (CtRLV), die Umbraviren Carrot mottle mimic virus/Carrot mottle virus, das Closterovirus Carrot yellow leaf virus, der Anthriscus-Stamm des Sequivirus Parsnip yellow fleck virus, das Potyvirus Carrot thin leaf virus, jeweils ein bisher nicht beschriebenes Carlavirus und Vitivirus sowie ein bisher unbekanntes „Beny“-ähnliches Virus. „Beny“-Virus und CtRLV wurden am häufigsten nachgewiesen. Ein konventionell erzeugtes Serum gegen CTLV wurde hergestellt und steht auch für PYFV in Aussicht. Während die Herstellung von Antiseren nach Immunisierung mit bakteriell exprimierten Hüllprotein für die CtRLV-Varianten nicht erfolgreich verlief, konnte auf diesem Wege ein Antiserum gegen CYLV erzeugt werden. Der hohe Anteil latent CtRLV-infizierter, symptomloser Pflanzen zeigt aber, dass offenbar noch andere bisher unbekannte Faktoren für die Symptomausprägung eine Rolle spielen.



Die bundesweiten Status-Quo-Analysen zur Symptomatik ergaben als Hauptverbreitungsgebiete alle Anbauregionen mit intensivem Möhrenanbau, insbesondere die niedersächsische Region südlich Bremen. In Ernteproben wiesen symptomatische Rübenkörper ca. 30% Gewichtsverlust auf. Qualitätseinbussen waren nicht eindeutig erkennbar. Die ermittelten Ertragsverluste erreichten bis 17%, entsprechend bis zu € 600,-/ha.



In Feldexperimenten zur Erarbeitung von Lösungsstrategien wurden Aspekte zur Sortenanfälligkeit und Saatzeit untersucht, sowie Fragen zur Rolle der Gierschblattlaus Cavariella aegopodii als vermuteten Virusvektor. Verarbeitungsmöhren hatten gegenüber Frischmarktsorten eine überwiegend höhere Symptomanfälligkeit, während Fragen zu kritischen Saatterminen und der Phänologie des Vektorfluges aufgrund der Witterungsextreme in 2003 nicht abschliessend geklärt werden konnten und der weiteren Untersuchung bedürfen.



Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 12:17