Project without external funding

WWAP- World Water Assessment Programme


Project Details
Project duration: 02/200206/2002


Abstract
Zielsetzung
Das "World Water Assessment Programme" WWAP ist eine Initiative des im Jahr 2000 eingerichteten weltweiten Programms der Vereinten Nationen (UN) zur Abschätzung der Wasservorkommen. Zentrale Aufgaben der Studie am Zentrum waren neben der Bewertung des Status der quantitativen und qualitativen Situation der Wasserressourcen und Wasserentnahmen das Herausstellen von Wasserkrisenherden und Konfliktpotenzialen bei der Bewirtschaftung gemeinsamer Wasservorräte. Darüber hinaus wurden Indikatoren zur Bewertung vorgestellt. Mit Hilfe der Indikatoren sollen Fachleuten im Wassersektor, Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit die Komplexität der Wassersektoren verständlich gemacht werden. Hier gilt es nicht nur politische und wirtschaftliche Probleme zu berücksichtigen, sondern auch soziale. Schließlich soll mit diesem Verständnis erreicht werden, die Bedeutung von Wasserproblemen zu erkennen, zu verstehen und durch nachhaltiges Wassermanagement zu minimieren.

Ergebnis
Die Ermittlung der globalen Wasserverfügbarkeit erfolgte mit dem hydrologischen Modul des globalen Wassermodells WaterGAP 2. Dafür sind Kenntnisse über das Klima und den hydrologischen Kreislauf von Bedeutung. Um die Bewirtschaftung integrierter Wasserressourcen bewerten zu können, sind Angaben über die Sektoren, die die Wasserverfügbarkeit beeinflussen und nutzen, notwendig. Dies sind die Sektoren Haushalt, Industrie und Landwirtschaft, die in dem Wassernutzungsmodul von WaterGAP Berücksichtigung finden. Mit einem Verbrauch von ca. 70% für die Bewässerung hat die Landwirtschaft den größten Anteil der gesamten weltweiten Wasserentnahmen, es folgen die Industrie (ca. 22%) und die Haushalte mit dem geringsten Anteil von 8%. Da die Bewirtschaftung häufig über Verwaltungs- und Ländergrenzen hinausgeht, bestimmt sich die kleinste Gebietseinheit auf Basis der Größe eines Wasser- bzw. Flusseinzugsgebiets. Als ein Indikator zur Bewertung von Wasserkrisenherden wurde der Quotient von Wasserentnahme und Wasserverfügbarkeit vorgestellt. In der abgebildeten Karte sind die unter "Wasserstress" stehenden Flusseinzugsgebiete dargestellt. Unter Wasserstress befinden sich Einzugsgebiete, in denen der Anteil des Wasserbedarfs mindestens 20% des Wasservorkommens ist (Cosgrove and Rijsberman 2000, Raskin et al. 1997). Die verschiedenen farblichen Kennzeichnungen verdeutlichen zudem den Sektor, der den größten Wasserverbrauch in diesem Gebiet hat.
Die Abbildung veranschaulicht die Dominanz des landwirtschaftlichen Sektors im Hinblick auf Wasserentnahmen. Mit zunehmender Industrialisierung und Reichtum eines Landes vergrößert sich jedoch der Wasserverbrauch der Industrie. Dies trifft in Zentraleuropa, USA, Japan und Korea sowie der Ukraine zu, wo aufgrund von genügend Niederschlag auf eine Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen in hohem Maße verzichtet werden kann. Eine untergeordnete Rolle spielt der Wasserverbrauch durch Haushalte, dessen Dominanz sich nur in einigen wenigen Einzugsgebieten wiederspiegelt.

Weiterführung
Das Projekt wurde 2002 abgeschlossen. Das Zentrum produzierte zahlreiche thematische Karten und Datensätze, die im ersten Weltwasserentwicklungsbericht (World Water Development Report (WWDR), 2003) eingebunden wurden. Dieser Bericht wurde von der UNESCO anlässlich des dritten Weltwasserforums in Kioto (2003) vorgestellt. Des Weiteren finden sich die Ergebnisse dieser Studie auf der projekteigenen Webseite http://www.usf.uni-kassel.de/wwap.


Last updated on 2017-11-07 at 14:00