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Modellversuch im Hochschulbereich "Studienschwerpunkt Ökologischer Landbau: Entwicklung eines ganzheitlichen Ausbildungskonzeptes durch die Integration der Strukturelemente Arbeitsmarkt, Curriculum und Organisationsentwicklung im Fachbereich"


Project Details
Project duration: 19951999


Abstract
Der Arbeitsstrang Arbeitsmarkt führte folgende Maßnahmen durch: Durchführung einer regelmäßigen Erstsemesterbefragung zur Ermittlung der Einstellungen der Neuimmatrikulierten zu Studium und Beruf, Studienbegleitende Erhebung der Konstanz der Einstellungen zu Studium und Beruf in Form einer Paneluntersuchung, Durchführung einer umfangreichen Verbleibsstudie aller Witzenhäuser AbsolventInnen der Jahrgänge 1992 bis 1998 zur Ermittlung des Berufseinstiegs und des beruflichen Verbleibs unter besonderer Berücksichtigung der AbsolventInnen mit ökologischem Studienschwerpunkt, Organisation und Durchführung einer Berufsfeldkonferenz mit VertreterInnen aus der Berufspraxis im Kontext des ökologischen Landbaus inkl. Durchführung und , Organisation und Durchführung eine Fachkolloquiums zu Verbleibsstudien an agrarwissenschaftlichen Fachbereichen Entwicklung und Erprobung von Lehrangeboten zum Thema Arbeitsmarkt/Berufsfeld, u.a. Seminare mit Praktikern sowie ein regelmäßiges Bewerbungstraining. Während die Erstsemesterbefragungen wertvolle Informationen über die wachsende Anziehungskraft des Standortes Witzenhausen auf potentielle Studierende mit ökologischer Motivation lieferten, zeigte sich in der Paneluntersuchung eine erstaunliche Konstanz der Einstellungen über die Zeit. Die Verbleibsstudie brachte eine deutliche Schlechterstellung der AbsolventInnen mit ökologischem Schwerpunkt zu Tage, hauptsächlich was die Entlohnung angeht. Dies ist allerdings auf den schlechter entwickelten Arbeitsmarkt im ökologischen Sektor zurückzuführen. Berufsfeldkonferenz und Fachkolloquium hatten neben dem Informationsangebot für die Studierenden auch den Zweck des Austausches mit der Berufspraxis bzw. Fachöffentlichkeit. Hier konnten zahlreiche Kontakte für eine weitere Zusammenarbeit geknüpft werden. Die studentische Nachfrage nach berufseinstiegsbezogenen Lehrangeboten und ?materialien muss als ausbaufähig bezeichnet werden, Grund hierfür scheint in erster Linie fehlende Zeit angesichts der Studienbelastung zu sein. Im Arbeitsstrang Curriculum/Didaktik wurden folgende Maßnahmen entwickelt und initiiert: Reform der Studienstruktur durch die Etablierung von vernetzten Modulen im Studienplan, Erprobung von Fachgruppen unter den Lehrenden, studentisch organisierte und geleitete Konferenzen, Hofumstellungsprojekte; Unterstützung innovativer Lehre durch die Entwicklung einer Reihe von Leitfäden zu hochschuldidaktischen Themen, das Angebot von Fortbildungsveranstaltungen, Coaching, Ringvorlesungen, Gastreferaten; Unterstützung innovativen Lernens durch die Begleitung neuer Lernformen wie Resümee (reflektierende und verbindungschaffende Veranstaltung am Ende eines Moduls), Tutorenschulung, Methodentraining und die Stärkung praxisorientierter Projekt- und Diplomarbeiten; Öffnung des Prüfungssystems über die kognitiven Grenzen hinaus auf die Erfassung auch komplexerer Lernleistungen durch Förderung neuer Prüfungsformen und Stärkung kollektiver Prüfungsverfahren; Qualitätssicherung der Lehre durch kontinuierliche Evaluation von Lehrveranstaltungen und quantitativer Daten des Fachbereichs zu Notengebung und zur Entwicklung der Studierendenzahlen. Die genannten Aktivitäten führten zu einem breiten und fruchtbaren Diskurs über die Qualität der Lehre einschließlich organisatorischer Konsequenzen, der den gesamten Fachbereich erfasst hat und inzwischen auch in anderen Schwerpunkten Wirkungen zeitigt. Die bereitgestellten Lehrmaterialien dienen zum einen als langfristig wirksame Handreichung für Lehrende und Lernende, dokumentieren aber darüber hinaus auch für Interessierte von außerhalb den innovativen Charakter der in Witzenhausen geschaffenen neuen Lehr- und Organisationsformen. Ein wesentlicher Beitrag wurde geleistet zur Etablierung einer dynamischen Struktur des Curriculums, die der wachsenden Komplexität eines wissenschaftlichen ökologischen Studiums gerecht wird und nachweislich auch die Verantwortlichkeit der Studierenden für ihre eigenen Lernleistungen fördert. Der Arbeitsstrang Organisationsentwicklung führte konkret folgende Vorhaben durch: Studien zur Entstehungsgeschichte, Organisationsstruktur und Entscheidungsprozessen des Studienschwerpunktes Ökologischer Landbau sowie Begleitung eines Dissertationsprojektes zum Thema „Innovation in der Hochschule am Beispiel der Etablierung des ökologischen Paradigmas am Fachbereich 11 der GhK"; Entwicklung von Lehrveranstaltungen zu ausgewählten Fragen der Organisationsentwicklung u.a. in Form eines regelmäßigen Workshops „Umgang mit Widerstand und Konflikt in Berufsfeldern"; Dozentenbefragung zur Organisationskultur im Studienschwerpunkt Ökologischer Landbau; Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen innovativer Prüfungs-, Lern- und Organisationsformen durch ein externes Fachgutachten; Ausdehnung von Ansätzen zur Organisationsentwicklung im Modellversuch auf weitere Bereiche des Fachbereichs durch Begleitung eines fachbereichsöffentlichen Dialogs zur Entwicklung eines Leitbildes sowie Organisation und Moderation einer zweitägigen Klausurtagung für die FachvertreterInnen der Schwerpunkte „Ökologischer Landbau" und „Internationale Agrarentwicklung". Die Arbeiten zur Organisationsentwicklung im Studienschwerpunkt Ökologischer Landbau stellen dabei wichtige Bausteine zum internen Verständnis des Funktionierens dieser innovativen Organisationsform dar, die darüber hinaus von großem Interesse für ähnlich gelagerte Vorhaben an anderen Standorten sein dürfte. Von besonderer Bedeutung für die Zukunft ist schließlich die Ausdehnung der Aktivitäten in den weiteren Rahmen des gesamten Studiengangs Ökologische Landwirtschaft. Hier wird es für die Beteiligten auch nach Ablauf des Modellversuchs nötig sein, die Diskussionen über die zukünftige Entwicklung des Fachbereichs aufrechtzuerhalten, neue Aspekte und Einsichten zur Kenntnis zu nehmen und dabei auch abweichende Meinungen konstruktiv aufzugreifen, um den Fachbereich als Ganzes weiter auf dem Weg in Richtung des Idealbildes einer „lernenden Organisation" zu begleiten. Die Antwort auf die Frage nach der Übertragbarkeit der mit Unterstützung des Modellversuchs vollzogenen Reformansätze im Studienschwerpunkt Ökologischer Landbau (SPÖL) auf andere Schwerpunkte und Studiengänge fällt heterogen aus: Einerseits lassen sich spezifische, nicht ohne weiteres reproduzierbare Besonderheiten festhalten, die den Studienschwerpunkt kennzeichnen und entscheidend für seinen Erfolg waren. Hierzu zählen die Entwicklung einer spezifischen „Identität", eine hohe Kommunikations- und Interaktionsdichte am Standort, diverse organisatorische und institutionelle Besonderheiten sowie die externe Unterstützung. Andererseits ist eine Vielzahl von Schritten und Aktivitäten des SPÖL in den Bereichen Curriculumentwicklung und Didaktik, Interaktion zwischen Hochschule und Berufsfeld sowie Organisationsentwicklung grundsätzlich auf andere Studiengänge übertragbar. Solche Bausteine, die unter Beachtung einer Reihe wichtiger Voraussetzungen Aussicht auf Verwirklichung und Nachhaltigkeit haben, sind die Entwicklung eines gemeinsamen Leitbildes, die Öffnung hin zu einer neuen Lehr- und Lernkultur, der Wandel der Rolle der Lehrenden, die Beachtung der systemischen Dimension von Reform, die Beschreitung neuer Wege bei Finanzierung und Personal sowie die Bereitschaft, neue Organisationsformen zu erproben, insbesondere im Bereich der Koordination des innovativen Studienschwerpunktes.


Publications

2000
1999
1999
1998
1998
1997
1997
1997
1996

Last updated on 2017-11-07 at 14:50