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Bewegungspriming


Project Details
Project duration: 04/200204/2010


Abstract
Unter Priming versteht man ".. eine nicht-bewusste Form des menschlichen Gedächtnisses, die zur perzeptuellen Identifikation von Worten oder Objekten dient und erst seit jüngerer Zeit als eigenständiges Gedächtnissystem angesehen wird" (Tulving & Schacter 1990:301). In der experimentell orientierten Kognitionspsychologie werden bislang folgende Kategorien von Priming-Effekten unterschieden: perzeptuelles Priming (z.B. durch Farbeneffekte), konzeptuelles Priming (z.B. durch Effekte von Bedeutungsaktivierungen) und numerisches Priming (z.B. durch Zahleneffekte). Im vorliegenden Projekt wird der Frage nachgegangen, ob sich auch Bewegungsreaktionen primen (Bewegungspriming) lassen. Damit ist das Phänomen angesprochen, dass in Spiel-
und Kampfsportarten beobachtet werden kann, wenn dort die Beteiligten unter hohem Zeitdruck und innerhalb eines komplexen Handlungskontextes scheinbar auf visuelle Reize oder Reizkonfigurationen im gegnerischen Bewegungsverhalten reagieren können, die sie nicht bewusst wahrnehmen. So gesehen geraten zunehmend Funktionsprozesse in das Blickfeld der Bewegungswissenschaft, die einer Wahrnehmung ohne Bewusstheit zugrunde liegen könnten. Gegenstand der Untersuchungen sind Reaktionseffekte, die sich nach einem intensiven Beobachten von häufig wiederkehrenden Bewegungskonfigurationen einstellen und die einem impliziten Lernen zugeschrieben werden sollten.
Tulving, E. & Schacter, D.L. (1990). Priming and human memory systems. In: Science 247, 301-306


Publications

2006
2006
2006
2006
2004
2004
2002
2002
2001

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