Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Die Wirkung subliminaler Anker auf numerische Urteile


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 09/200103/2002


Zusammenfassung
Der Ankereffekt, d.h. die Assimilierung einer numerischen Schätzung an einen vorgegebenen numerischen Wert, den Anker, gilt als einer der stabilsten Effekte im Bereich der Urteils- und Entscheidungstheorie. In einer Reihe von Untersuchungen (vgl. Wilson et al. (1996), Becker & Stephan (1996, 1998), Becker, Stephan & Willmann (2000,2001)) konnte nachgewiesen werden, dass dieser Effekt auch dann auftritt, wenn die Ankeretablierung in keinerlei inhaltlichem Zusammenhang zur Schätzfrage steht, so lange sichergestellt ist, dass der als Anker präsentierte numerische Wert mit hinreichend hoher Aufmerksamkeit seitens des Urteilers bedacht wurde. Gegenstand des Forschungsprojektes ist es zu untersuchen, ob die Aufmerksamkeit gegenüber dem Ankerwert notwendig für das Auftreten von Ankereffekten ist, oder ob diese auch dann auftreten, wenn die urteilende Person in extremo sich überhaupt nicht bewusst ist, mit einem numerischen Wert konfrontiert worden zu sein. Realisiert werden soll dieser Ansatz mit Hilfe der Technik des subliminalen Primings. Dies bedeutet, dass die als Anker fungierenden Werte mittels eines Computerbildschirms so kurzzeitig präsentiert werden, dass der Urteiler über keine bewusste Wahrnehmung der dargebotenen Reize verfügt. Diese Fragestellung ist nicht nur von grundsätzlicher Relevanz im Hinblick auf die dem Effekt zugrunde liegenden kognitiven Prozesse, sondern auch von praktischer Bedeutung, da sie sich mit einer Gegebenheit auseinandersetzt, die geradezu prototypisch für Alltagssituationen ist, in denen eine Vielzahl von Informationen nur beiläufig auftreten.


Projektleitung

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 14:19

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