Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Entwicklung eines qualitätsorientierten Konzeptes zur Erzeugung von Schweinefleisch für das Premium Marktsegment (LuzSchwein)


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 03/202111/2021


Zusammenfassung



Die Qualität von Fleischprodukten wird neben der
Einhaltung von gesetzlichen Mindest­standards bezüglich der hygienischen
Eigenschaften durch Aspekte der Prozess­qualität (Tierhaltung, Tierschutz, Nach­haltigkeit)
sowie die Genussqualität bestimmt. Letztere wird durch den Anteil von
intramuskulärem Fett (IMF) positiv beeinflusst. Der Anteil an IMF kann neben
einer genetischen Veranlagung vor allem durch die gezielte Fütterung in
spezifischen Phasen der Mast positiv beeinflusst werden. Mit wahrnehmbaren Effekten auf die sensorischen
Eigenschaften (Genusswert) des Fleisches kann erst ab 2 % IMF (Zartheit
und Saftigkeit) bzw. 2,5 % IMF (Geschmack) gerechnet werden. Bei den
marktkonformen Schlachtschweinen liegt der IMF in der Mitte des Rückenmuskels
nur bei ca. 1 % und somit deutlich unter dem aus sensorischer Sicht
wünschenswerten Grenzwert. 

Die gezielte Beeinflussung des IMF Gehaltes ist ein
Aspekt einer qualitätsorientierten Schweinefleischerzeugung. Insbesondere in
Markenfleischprogrammen, die durch Mehraufwendungen ein höheres
Tierschutzniveau anstreben und höhere Marktpreise erfordern, ist eine sehr gute
(idealerweise höhere) sensorische Qualität von besonderer Bedeutung.

In diesem Vorhaben soll geprüft werden, ob der IMF Gehalt von Schweinefleisch durch eine gezielte Anhebung bestimmter Aminosäuren bei Verwendung heimischer Proteinträger wie
Lupine und dem Einsatz von Luzerne erhöht werden kann. Gleichzeitig soll der Einfluss von Lupine und Luzerne auf die biologischen Leistungen beobachtet werden.

Auf einem Praxisbetrieb werden dazu ca. 250 Mastschweine in der Endmastphase (ca. 90 -
120kg Lebendgewicht) mit einem Versuchsfutter versorgt. Parallel werden
weitere ca. 250 Schweine derselben Genetik mit dem bisher eingesetzten Futter
als Kontrollvariante gefüttert. Das Versuchsfutter wird isokalorisch zum Futter der
Kontrollgruppen gestaltet. In der Endmast sollen 15 Prozent Luzerne zum Einsatz
kommen. Im Verlauf der ca. 60 tägigen Endmast werden ca 110
Schweine (6 Buchten) zur Ermittlung der Tageszunahmen bei der Ein- und
Austallung sowie zu zwei weiteren Terminen einzeln mit einer Durchtriebswaage
gewogen. Von diesen Schweinen werden Fleischproben aus dem Kotlettstrang entnommen und der IMF Gehalt analysiert.






Forschungsfelder


Zuletzt aktualisiert 2021-15-09 um 10:19